- WooCommerce kennt drei Rabatt-Typen: fester Betrag und Prozent auf den Warenkorb sowie Prozent auf einzelne Produkte. Kostenloser Versand kommt als Zusatz-Option (Checkbox) dazu. Die Wahl hängt davon ab, ob Sie den Warenkorb oder einzelne Artikel rabattieren wollen.
- Bei öffentlicher Streichpreiswerbung gilt seit Mai 2022 die PAngV-30-Tage-Regel (§ 11 PAngV): Als Referenzpreis darf nur der niedrigste Preis der letzten 30 Tage angegeben werden, nicht ein älterer Listenpreis.
- Gutschein-Codes im Checkout sind von dieser Regel ausgenommen, solange Sie die Aktion nicht mit einem Streichpreis bewerben (auf der Produktseite, im Newsletter oder in Social Media). Zeigen Sie dort einen durchgestrichenen Vorher-Preis, greift die Regel sofort.
- Grundpreisangabe und Mehrwertsteuer-Ausweis bleiben auch bei Rabatten Pflicht. Ein Rabatt-Gutschein ist kein Freifahrtschein für fehlende Pflichtangaben.
WooCommerce-Gutscheine sind schnell angelegt. Die rechtlichen Stolperfallen bei der Bewerbung von Rabatten kosten im schlimmsten Fall eine Abmahnung. Wie beides zusammengeht, zeigen die folgenden Abschnitte: Gutscheine korrekt konfigurieren und Rabattaktionen so kommunizieren, dass sie der Preisangabenverordnung standhalten.
Die Gutschein- und Rabatt-Typen in WooCommerce
WooCommerce unterscheidet im Kern drei Rabatt-Typen, dazu die Option für kostenlosen Versand. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, ob Sie einen einzelnen Artikel günstiger machen oder den gesamten Warenkorb:
| Typ | Wie er wirkt | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Fester Betrag (Warenkorb) | Zieht einen Euro-Betrag vom Warenkorbgesamt ab | Neukundenrabatt, Aktionscode |
| Prozentualer Rabatt (Warenkorb) | Reduziert den Warenkorbwert um einen Prozentsatz | Saisonale Aktionen, Newsletter-Rabatt |
| Kostenloser Versand (Checkbox, kein eigener Typ) | Setzt die Versandkosten auf null, frei mit jedem Rabatt-Typ kombinierbar | Aktionszeitraum, Mindestbestellwert-Anreiz |
| Prozentualer Produkt-Rabatt | Wirkt nur auf ausgewählte Produkte oder Kategorien | Kategorie-Aktion, Auslaufmodelle |
Gutschein einrichten: Schritt für Schritt
In WooCommerce finden Sie Gutscheine unter Marketing > Gutscheine (bis WooCommerce 6.x noch unter WooCommerce > Gutscheine). Die Basiseinrichtung läuft in drei Tabs ab.
Tab „Allgemein“
Hier legen Sie den Gutschein-Code fest, wählen den Rabatt-Typ und tragen den Rabattwert ein. Der Code ist case-insensitive, also behandelt WooCommerce „SOMMER25″ und „sommer25″ identisch. Für öffentliche Aktionen empfiehlt sich ein kurzer, merkbarer Code. Für Einzelpersonen-Codes (z.B. nach einer Reklamation) generieren Sie einen zufälligen Code über den Würfel-Button.
Die Checkbox „Kostenloser Versand“ im Allgemein-Tab ist unabhängig vom Rabatt-Typ. Sie können also einen 10-%-Rabatt kombinieren mit kostenlosem Versand in einem einzigen Gutschein.
Tab „Nutzungsbeschränkungen“
Hier kontrollieren Sie, auf welche Produkte der Gutschein angewendet wird und welche ausgeschlossen sind. Mehr dazu im Abschnitt Ausschluss von Angebotsartikeln.
Tab „Nutzungslimits“
Hier stellen Sie ein, wie oft ein Code eingelöst werden darf. Das ist der wichtigste Tab für Aktionen mit Mengenbegrenzung.
Mindestbestellwert, Nutzungslimits und Ablaufdatum
Im Tab „Nutzungsbeschränkungen“ gibt es zwei Felder für Bestellwert-Schwellen:
- Mindestbestellbetrag: Der Warenkorb muss mindestens diesen Wert erreichen, bevor der Gutschein greift.
- Höchstbestellbetrag: Nützlich, wenn Sie verhindern wollen, dass ein Rabatt bei sehr großen Bestellungen unverhältnismäßig wirkt.
Unter Nutzungslimits stehen zwei Felder:
- Nutzungsanzahl pro Gutschein: Wie oft darf der Code insgesamt eingelöst werden? Tragen Sie z.B. „100″ ein, sperrt WooCommerce den Code nach der hundertsten Einlösung automatisch.
- Nutzungsanzahl pro Kunde: Wie oft darf ein einzelner Kunde (erkannt über E-Mail-Adresse) den Code verwenden? Der Standardwert „0″ bedeutet unbegrenzt.
Das Ablaufdatum tragen Sie im Tab „Allgemein“ ein. Ab dem eingestellten Datum lehnt WooCommerce den Code beim Checkout ab und zeigt eine Fehlermeldung. Wichtig aus rechtlicher Sicht: Ein Ablaufdatum, das Sie in der Werbung kommunizieren, ist bindend. Verlängern Sie eine beworbene Befristung nicht still, das kann als Dauerrabatt-Werbung gewertet werden (dazu mehr im Abschnitt zur Dauerrabatt-Falle).
Ausschluss von Angebotsartikeln
Im Tab „Nutzungsbeschränkungen“ gibt es die Checkbox „Nicht anwendbar auf Sale-Artikel“. Aktivieren Sie diese, gilt der Gutschein nicht für Produkte, die bereits über WooCommerce-eigene Sale-Preise rabattiert sind.
Das schützt die Marge bei ohnehin schon reduzierten Produkten und verhindert die doppelte Rabattierung, die eine Bestellung schnell unrentabel macht.
Über die Felder „Produkte“ und „Ausgeschlossene Produkte“ sowie „Kategorien“ und „Ausgeschlossene Kategorien“ können Sie deutlich granularer steuern: Ein Gutschein gilt nur für die Kategorie „Winterjacken“, aber nicht für die Unterkategorie „Lederartikel“.
Rabatt-Gutschein vs. bezahlter Geschenkgutschein
WooCommerce trennt diese beiden Konzepte klar, aber viele Shop-Betreiber verwechseln sie. Ein Rabatt-Gutschein (Coupon) ist ein Code, den Sie vergeben, um Käufer zu motivieren. Er kostet Sie Marge, wird vom Kunden nicht bezahlt und taucht als Rabattposten in der Rechnung auf.
Ein bezahlter Geschenkgutschein ist ein Geldwert-Bon, den ein Kunde kauft und den ein anderer Empfänger einlöst. Das ist ein eigenes Produkt mit eigenen Buchhaltungs- und rechtlichen Anforderungen (Stichwort: Umsatzsteuer bei Einlösung, Bilanzierung als Verbindlichkeit). WooCommerce liefert dafür keine Standardlösung, es braucht ein Plugin wie WooCommerce Gift Cards. Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich den Rabatt-Gutschein. Das Thema Geschenkgutschein verdient einen eigenen Artikel.
Rechtliche Pflichten: PAngV, Streichpreise und Rabattwerbung
Einen Gutschein-Code in WooCommerce anlegen ist technisch unproblematisch. Sobald Sie die Rabattaktion öffentlich bewerben, insbesondere mit einem Streichpreis (dem durchgestrichenen früheren Preis, im Gesetz Referenzpreis genannt), greift die Preisangabenverordnung (PAngV).
Die 30-Tage-Regel nach § 11 PAngV
Seit dem 28. Mai 2022, mit Umsetzung der EU-Omnibus-Richtlinie, gilt in Deutschland: Wer einen Preisnachlass bewirbt und dabei einen früheren Preis als Referenz angibt (den klassischen Streichpreis), muss als Referenz den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor der Aktion nehmen.
Der Gesetzestext in § 11 Abs. 1 PAngV lautet: „Wer zur Angabe eines Gesamtpreises verpflichtet ist, hat gegenüber Verbrauchern bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung für eine Ware den niedrigsten Gesamtpreis anzugeben, den er innerhalb der letzten 30 Tage vor der Anwendung der Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern angewendet hat.“
Der Europäische Gerichtshof hat diese Auslegung am 26. September 2024 im Fall Aldi Süd bestätigt (Az. C-330/23, zu Art. 6a der Preisangaben-Richtlinie 98/6/EG): Es ist nicht zulässig, einen aktuellen Preis einem höheren Preis gegenüberzustellen und den 30-Tage-Bestpreis nur zusätzlich kleingedruckt zu nennen. Der Streichpreis muss der 30-Tage-Tiefstpreis sein.
Was gilt für gestaffelte Aktionen?
§ 11 Abs. 2 PAngV macht eine Ausnahme für schrittweise, lückenlos ansteigende Preisermäßigungen: Bei einem mehrstufigen Sale (z.B. Woche 1: 10 % Rabatt, Woche 2: 20 %, Woche 3: 30 %) darf als Referenzpreis der Preis vor Beginn der Staffelung angegeben werden, nicht der jeweilige Vorwochenpreis. Voraussetzung ist, dass die Stufen ohne Unterbrechung aufeinanderfolgen und der Rabatt mit jeder Stufe wirklich steigt. Eine Pause zwischen zwei Stufen oder ein zwischenzeitlicher Rückgang von 20 auf 10 Prozent lässt die Ausnahme entfallen, dann gilt wieder die normale 30-Tage-Regel.
Wann gilt die Regel nicht?
Zwei Ausnahmen nennt § 11 Abs. 4 PAngV ausdrücklich:
- Individuelle Preisermäßigungen: Ein personalisierter Code, den nur dieser Kunde bekommt (z.B. nach einer Beschwerde oder im Treueprogramm), ist keine öffentliche Preiswerbung. Die 30-Tage-Regel greift hier nicht.
- Verderbliche Waren: Schnell verderbliche Waren oder Waren mit kurzer Haltbarkeit (etwa Lebensmittel, Blumen oder Arzneimittel mit kurzem Verfallsdatum) unterliegen besonderen Regeln, wenn der Preis wegen drohenden Verderbs herabgesetzt wird.
Reine Gutschein-Codes ohne Streichpreis-Werbung sind ebenfalls nicht betroffen. Wenn Sie einen Code „SOMMER20″ verbreiten, aber nirgendwo schreiben „statt 100 Euro jetzt 80 Euro“, gibt es keine PAngV-Streichpreisproblematik. Sobald Sie aber auf der Produktseite, im Newsletter oder in sozialen Medien einen durchgestrichenen Preis zeigen, müssen Sie die 30-Tage-Regel einhalten.
Wählen Sie, wie Sie den Rabatt bewerben. Das Tool ordnet ein, ob § 11 PAngV greift und was der Streichpreis sein muss. Orientierung, keine Rechtsberatung.
Grundpreisangabe bleibt Pflicht
Die PAngV schreibt für viele Produkte einen Grundpreis (Preis je Mengeneinheit, z.B. pro 100 ml oder pro kg) vor. Diese Pflicht entfällt nicht, weil ein Rabatt gewährt wird. Wenn Sie ein Körperpflegeprodukt von 12 Euro auf 9,60 Euro reduzieren, müssen Sie den neuen Grundpreis auf Basis des rabattierten Preises angeben, nicht auf Basis des Ursprungspreises.
In WooCommerce übernimmt das kein Plugin automatisch. Sie müssen den Grundpreis bei jedem Sale-Preis manuell in der Produktbeschreibung oder im entsprechenden Feld Ihres Theme/Plugins aktualisieren. Das ist ein typischer Fehler in Onlineshops, der Abmahnungen provoziert.
Ein Beispiel macht es greifbar: Shampoo, 500 ml, regulär 12 Euro, also 2,40 Euro je 100 ml. Im Sale für 9,60 Euro muss der Grundpreis 1,92 Euro je 100 ml lauten, nicht weiter 2,40 Euro. Technisch hängt das daran, dass WooCommerce den Aktionspreis im Feld _sale_price ablegt, den Grundpreis aber nicht daraus neu berechnet und auch keine Preishistorie in der Datenbank führt. Wer regelmäßig rabattiert, kommt um die manuelle Pflege oder ein Zusatz-Plugin nicht herum.
Eine wichtige Ausnahme regelt § 9 Abs. 1 Nr. 2 PAngV: Bei einer pauschalen, nach Kalendertagen befristeten und beworbenen Aktion („20 Prozent auf alles an diesem Wochenende“) müssen Sie nicht für jeden Artikel einen neuen Grundpreis ausrechnen und anzeigen. Senken Sie dagegen einen einzelnen Artikel dauerhaft auf einen festen Sale-Preis, muss der Grundpreis auf diesen neuen Preis mitgezogen werden.
Aus unserer Sicht liegt die häufigste Abmahnfalle bei Rabattaktionen nicht beim Streichpreis, den haben die meisten nach dem EuGH-Urteil inzwischen auf dem Schirm, sondern beim Grundpreis auf den Sale-Preis. Den aktualisiert kein WooCommerce-Plugin automatisch, und im hektischen Aktionsbetrieb fällt er fast immer hinten runter. Wer regelmäßig rabattiert, schreibt die Grundpreis-Aktualisierung besser fest in den Aktions-Ablauf, statt sie dem Zufall zu überlassen.
Mehr zu Pflichtangaben im Shop: Pflichtangaben im Onlineshop: die häufigsten Abmahnfallen.
Dauerrabatt-Falle: Was Gerichte als irreführend werten
Ein Streichpreis suggeriert dem Kunden, er bekomme jetzt eine Ausnahme zu einem normalerweise höheren Preis. Wenn ein Produkt faktisch dauerhaft zum „reduzierten“ Preis verkauft wird und der Streichpreis nur Kulisse ist, ist das nach § 5 UWG irreführende Werbung und nach § 11 PAngV illegal.
Praktisches Beispiel: Ein Shop bewirbt ein Produkt seit einem Jahr mit „war 49,99 Euro, jetzt 29,99 Euro“. Tatsächlich wurde es nie für 49,99 Euro verkauft oder nur für wenige Tage, danach dauerhaft für 29,99 Euro. Dieser Streichpreis ist nicht der niedrigste Preis der letzten 30 Tage, sondern ein fiktiver Referenzpreis. Das ist abmahngefährdet.
Der durchgestrichene Preis muss der tatsächliche Tiefstpreis der letzten 30 Tage sein, egal wie lange er galt. Auch ein Preis, der nur kurz im Angebot war und dabei der günstigste, wird damit zur Pflicht-Referenz.
Was ist mit „unverbindlichen Preisempfehlungen“ (UVP)?
Der Vergleich mit der UVP des Herstellers ist erlaubt, aber nur, wenn die UVP tatsächlich aktuell vom Hersteller empfohlen wird und im Markt als solche bekannt ist. Hier muss das Wort „UVP“ oder „unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers“ ausgeschrieben stehen. Der UVP-Vergleich ersetzt nicht den Streichpreis aus dem eigenen Sortiment; er ist eine eigene Werbeform mit eigenen Anforderungen. Bei Eigenmarken ohne Hersteller-UVP ist dieser Vergleich nicht möglich.
Praxisbeispiel: Saisonale Rabattaktion
Nehmen wir eine typische Frühjahrs-Aktion in einem Onlineshop für Outdoor-Zubehör, technisch und rechtlich sauber aufgesetzt. Der Shop hat bisher Streichpreise gezeigt, die manchmal über 30 Tage alt waren.
Der saubere Weg sieht so aus: Alle regulären Preise werden rund sechs Wochen vor der Aktion eingefroren. Für etwa vier Wochen gelten die Normalpreise ohne Sale, damit der 30-Tage-Zeitraum eine saubere Referenz hat. Erst dann startet die Aktion mit WooCommerce-Sale-Preisen. Die Streichpreise entsprechen dem Preis, der in den letzten 30 Tagen tatsächlich galt. Die Rabatte sind damit real, und es gibt keine rechtliche Angriffsfläche.
Zum sauberen Setup gehört außerdem ein Blick unter WooCommerce > Einstellungen > Allgemein, ob die Steueranzeige korrekt konfiguriert ist, damit auch bei rabattierten Preisen der Brutto-Endpreis und die Steuer separat ausgewiesen werden. Mehr dazu im Ratgeber Versand, Steuern und Rechtstexte in WooCommerce.
Für Fortgeschrittene · überspringbar
Profi-Tipp: Preisverlauf dokumentieren
Für Shop-Betreiber mit regelmäßigen Aktionen: Führen Sie intern eine einfache Preistabelle (z.B. in einer CSV oder einem Google Sheet) mit Datum, Produkt und Preis. Die zwei Minuten Pflege sind im Streitfall Ihr einziger Nachweis. WooCommerce speichert keine automatische Preishistorie. Wer das nachweisen muss, hat ohne eigene Aufzeichnungen ein Problem. Fortgeschrittene Shops setzen Plugins wie WooCommerce Price History oder ähnliche Log-Lösungen ein, die Preiswechsel mit Zeitstempel in der Datenbank festhalten.
Checkliste: Gutscheinaktion PAngV-konform vorbereiten
- Gutschein-Typ gewählt und Rabattwert eingetragen?
- Mindestbestellwert und Nutzungslimit gesetzt?
- Ablaufdatum eingestellt und in der Werbung kommuniziert?
- Sale-Artikel ausgeschlossen, sofern keine Doppelrabattierung gewünscht?
- Streichpreis im Newsletter oder auf der Produktseite vorhanden? Dann 30-Tage-Tiefstpreis als Referenz prüfen.
- Grundpreis bei betroffenen Produkten auf den neuen Sale-Preis angepasst?
- MwSt.-Ausweis auch für rabattierte Preise korrekt konfiguriert?
- Aktion ist wirklich befristet und das Datum wird eingehalten?
- Preisverlauf der betroffenen Produkte für die letzten 30 Tage dokumentiert?
- UVP-Vergleiche nur, wenn eine aktuelle Hersteller-UVP existiert und ausgeschrieben ist?
- Drei Rabatt-Typen in WooCommerce: Warenkorb fest, Warenkorb prozentual, Produkt-Prozent, dazu die Checkbox kostenloser Versand. Mindestbestellwert und Nutzungslimit immer setzen.
- Die PAngV-30-Tage-Regel (§ 11 PAngV) greift sobald ein Streichpreis öffentlich sichtbar ist. Referenz muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage sein, sonst Abmahngefahr.
- Reine Gutschein-Codes ohne Streichpreis-Werbung sind von der 30-Tage-Regel ausgenommen. Individuelle Kundencodes ebenfalls.
- Grundpreis und Mehrwertsteuer bleiben auch bei Rabattaktionen Pflicht. Grundpreis bei Sale-Preisen manuell anpassen.
Häufige Fragen zu WooCommerce Gutscheinen
Darf ich in WooCommerce einen Gutschein mit einem Streichpreis kombinieren?
Ja, aber sobald Sie einen Streichpreis zeigen, gilt § 11 PAngV. Der durchgestrichene Preis muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage sein. Der Gutschein-Code selbst ist davon unberührt.
Was passiert, wenn mein Produkt erst seit zwei Wochen im Shop ist?
Dann existiert keine 30-Tage-Preishistorie. In diesem Fall dürfen Sie keinen Streichpreis verwenden, weil es keinen Referenzzeitraum gibt. Ein reiner Gutschein-Code ohne Streichpreis-Werbung ist problemlos möglich. Oder Sie halten den regulären Preis 30 Tage stabil, dann haben Sie eine saubere Referenz für die nächste Aktion.
Kann ich einen Gutschein auf den Versand beschränken?
Ja. Im Tab „Allgemein“ gibt es die Checkbox „Kostenloser Versand“. Aktivieren Sie nur diese, ohne einen Rabattbetrag einzutragen, erhalten Kunden ausschließlich kostenlosen Versand, keinen Preisnachlass auf Produkte.
Wie viele Gutschein-Codes kann ich gleichzeitig aktiv haben?
WooCommerce setzt kein technisches Limit. Aus Verwaltungssicht empfehlen sich klare Namenskonventionen (z.B. AKTION-JAHR-MONAT) und regelmäßiges Deaktivieren abgelaufener Codes, damit der Bestand überschaubar bleibt.
Gilt die 30-Tage-Regel auch für Black-Friday-Aktionen?
Ja, ohne Ausnahme. Black Friday ist keine rechtliche Sonderkategorie. Auch hier muss der Streichpreis der tatsächliche Tiefstpreis der letzten 30 Tage sein.
Was ist der Unterschied zwischen einem Rabatt-Gutschein und einem Geschenkgutschein in WooCommerce?
Ein Rabatt-Gutschein (Coupon) vergünstigt die Bestellung für denjenigen, der ihn einlöst. Sie vergeben ihn kostenlos. Ein Geschenkgutschein wird vom Kunden bezahlt und von jemand anderem eingelöst. Für Geschenkgutscheine braucht WooCommerce ein zusätzliches Plugin, und es gelten eigene steuerliche und buchhalterische Regeln.
Muss ich den Gutschein-Rabatt in der Rechnung ausweisen?
Ja. WooCommerce weist den Coupon-Rabatt standardmäßig als eigene Zeile in der Bestellübersicht aus. In der formalen Rechnung (über ein Rechnungs-Plugin) muss der Rabattposten ebenfalls erscheinen, damit die Mehrwertsteuer korrekt auf den tatsächlichen Zahlbetrag berechnet wird. Prüfen Sie das mit Ihrem Steuerberater oder dem für Sie genutzten Rechnungs-Plugin. Mehr dazu im Artikel WooCommerce E-Rechnung: Was ab 2025/2026 für Shops gilt.
