Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Upsells erscheinen auf der Produktseite und schlagen teurere oder hochwertigere Alternativen vor. Cross-Sells erscheinen im Warenkorb und empfehlen passende Ergänzungen.
  • Beide werden pro Produkt unter „Produktdaten > Verlinkte Produkte“ hinterlegt. Keine Plugins nötig, WooCommerce bringt das von Haus aus mit.
  • Verwandte Produkte (Related Products) werden automatisch aus gemeinsamen Kategorien und Schlagwörtern gezogen, nicht manuell gesetzt.
  • Wer Warenkorbwert und Auftragshöhe messbar steigern will, fängt mit zwei bis vier sorgsam gewählten Upsells pro Produkt an, ohne Druck und ohne Fake-Verknappung.
  • Ein Plugin lohnt sich erst für zwei konkrete Fälle: Ein-Klick-Angebote direkt an der Kasse (Order Bumps) und Ein-Klick-Käufe nach der Zahlung, ohne erneute Zahlungseingabe. Für Produktseite und Warenkorb reicht die WooCommerce-Kernfunktion.

WooCommerce hat Upselling und Cross-Selling als Kernfunktion eingebaut, ohne Zusatz-Plugin und ohne monatliche Kosten. Viele Shopbetreiber nutzen sie trotzdem nicht, weil die Felder im Backend unscheinbar sind und die Logik dahinter nicht auf den ersten Blick klar ist. Wo genau ein Plugin doch ins Spiel kommt und wo nicht, klärt der Abschnitt Wo native Funktionen enden und ein Plugin beginnt weiter unten.

Upselling und Cross-Selling: was ist was

Upselling bedeutet, dem Kunden eine hochwertigere Alternative zu zeigen. Cross-Selling bedeutet, dazu passende Ergänzungsprodukte anzubieten. Der Unterschied liegt im Anlass und im Ort. Ein Beispiel macht es greifbar: Jemand schaut sich eine Digitalkamera für 299 Euro an. Ein Upsell wäre das Modell mit größerem Sensor für 449 Euro, direkt auf der gleichen Produktseite. Ein Cross-Sell wäre eine Speicherkarte oder eine Kameratasche, die im Warenkorb auftaucht, sobald die Kamera hinzugefügt wurde.

Der Unterschied liegt im Timing. Der Upsell kommt, bevor die Kaufentscheidung gefallen ist. Der Cross-Sell kommt danach, wenn der Kunde bereits überzeugt ist. Beide verfolgen dasselbe Ziel, aber über verschiedene Hebel.

Merkmal Upselling Cross-Selling
Wo es erscheint Produktseite (unterhalb der Beschreibung) Warenkorbseite (unterhalb der Artikelliste)
Was es zeigt Höherwertige oder teurere Alternativen Passende Ergänzungsprodukte
Timing Vor der Kaufentscheidung Nach der Kaufentscheidung
Überschrift im Shop (Kern-Wortlaut) „You may also like…“ „You may be interested in…“
Wo konfigurieren Produktdaten > Verlinkte Produkte > Upsells Produktdaten > Verlinkte Produkte > Cross-Sells
Setzt Beziehung zu Alternativprodukten Ergänzungsprodukten

Wo Sie Upsells und Cross-Sells hinterlegen

Der Weg führt immer über das einzelne Produkt. Es gibt keine zentrale Einstellung unter WooCommerce > Einstellungen, die alle Verlinkungen steuert. Sie legen die Beziehungen Produkt für Produkt an.

So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie im WordPress-Backend „Produkte“ und wählen Sie das Produkt aus, das Sie bearbeiten möchten.
  2. Scrollen Sie zum Bereich „Produktdaten“ (unterhalb des Editors).
  3. Wechseln Sie auf den Reiter „Verlinkte Produkte“.
  4. Im Feld „Upsells“ tippen Sie den Namen eines Produkts ein. WooCommerce schlägt passende Treffer aus Ihrem Sortiment vor. Wählen Sie das gewünschte Produkt aus.
  5. Im Feld „Cross-Sells“ verfahren Sie genauso für die Ergänzungsprodukte.
  6. Klicken Sie auf „Aktualisieren“. Fertig.

Wichtig dabei: Die Verlinkung ist einseitig. Wenn Sie Produkt B als Upsell von Produkt A setzen, erscheint B auf der Seite von A, aber A erscheint nicht automatisch auf der Seite von B. Sie müssen die Verknüpfung also bewusst von beiden Seiten setzen, wenn das gewünscht ist.

Es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der verlinkten Produkte. Bewährt haben sich zwei bis vier Upsells pro Produkt. Mehr davon lenkt eher ab als zu führen und lässt die Auswahl beliebig wirken. Cross-Sells dürfen etwas mehr sein, weil im Warenkorb mehr Kontext besteht, aber auch hier gilt: lieber wenige, dafür passgenaue.

Einen guten Ausgangspunkt für das gesamte Shop-Setup, also bevor Sie in die Feinarbeit mit Verlinkungen gehen, bietet der Artikel WooCommerce einrichten: die 12 Einstellungen vor dem Launch.

Wo sie im Shop erscheinen

WooCommerce zeigt Upsells und Cross-Sells automatisch an vordefinierten Stellen an, sobald Sie die Verlinkung gesetzt haben.

Upsells auf der Produktseite: Unterhalb der Produktbeschreibung und der Tabs (Bewertungen, Zusatzinformationen) erscheint ein eigener Bereich. Seine Überschrift heißt im WooCommerce-Kern „You may also like…“; der deutsche Wortlaut hängt vom Sprachpaket ab und lässt sich per Filter frei setzen. Dort werden die von Ihnen hinterlegten Upsell-Produkte angezeigt. Die Anzahl ist dabei nicht begrenzt, WooCommerce zeigt standardmäßig aber nur ein Vier-Spalten-Raster, weitere Upsells laufen einfach in der nächsten Zeile weiter.

Cross-Sells im Warenkorb: Unterhalb der Warenkorbübersicht, also unter der Tabelle mit den hinzugefügten Artikeln, erscheint ein eigener Bereich. Seine Überschrift heißt im Kern „You may be interested in…“, der deutsche Wortlaut hängt wie beim Upsell vom Sprachpaket ab. Welche Cross-Sells dort auftauchen, richtet sich nach den Produkten, die der Kunde gerade im Warenkorb hat. Hat er mehrere Artikel drin, werden Cross-Sells aus allen enthaltenen Produkten gemischt angezeigt.

Wenn kein Produkt als Upsell oder Cross-Sell hinterlegt ist, erscheint der jeweilige Bereich im Frontend einfach nicht. Es wird kein leerer Platzhalter angezeigt.

Verwandte Produkte vs. manuelle Verlinkung

Kurz gesagt: Verwandte Produkte („Related Products“) werden von WooCommerce automatisch generiert, auf Basis gemeinsamer Kategorien und Schlagwörter. Sie können nicht manuell ausgewählt werden. Upsells und Cross-Sells hingegen setzen Sie selbst und haben damit volle Kontrolle.

WooCommerce zeigt verwandte Produkte ebenfalls auf der Produktseite an, in den meisten Themes direkt nach den Upsells (die genaue Position kann ein Theme verschieben). Die Auswahl passiert automatisch: Teilen zwei Produkte eine Kategorie oder ein Schlagwort, gelten sie als verwandt. Je genauer Sie Ihre Produkte mit Kategorien und Schlagwörtern pflegen, desto sinnvoller werden diese automatischen Vorschläge.

Eigenschaft Verwandte Produkte (Related) Manuelle Cross-Sells/Upsells
Auswahl Automatisch durch WooCommerce Manuell pro Produkt
Steuerung Indirekt über Kategorien und Tags Direkt im Produktdatenpanel
Position Produktseite, meist nach den Upsells (theme-abhängig) Produktseite (Upsell) oder Warenkorb (Cross-Sell)
Aufwand Niedrig, läuft automatisch Höher, muss gepflegt werden
Qualität Variabel, abhängig von Taxonomie-Pflege Hoch, wenn bewusst gewählt

In der Praxis ergänzen sich beide: Verwandte Produkte laufen als Netz im Hintergrund, manuelle Verlinkungen setzen gezielte Akzente dort, wo es wirklich auf den Umsatz einzahlt. Wer gute Produktbeschreibungen und eine saubere Kategorienstruktur hat, bekommt brauchbare automatische Empfehlungen fast gratis.

Beide Bereiche laufen technisch unabhängig voneinander und schließen sich nicht gegenseitig aus: Am Hook woocommerce_after_single_product_summary hängen Upsells mit Priorität 15 und verwandte Produkte mit Priorität 20, die niedrigere Zahl feuert zuerst. WooCommerce zeigt Upsells also zuerst und die verwandten Produkte direkt im Anschluss darunter. Gesetzte Upsells verdrängen die automatischen Vorschläge nicht, sie stehen einfach eine Position weiter oben.

Wo native Funktionen enden und ein Plugin beginnt

Fast jeder Anbieter von Upsell-Plugins wirbt mit derselben Behauptung: WooCommerce könne von Haus aus nur Vorschläge zeigen, aber keinen echten Ein-Klick-Kauf danach. Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn diese Lücke betrifft ausschließlich eine einzige Phase der Kundenreise, nicht Upselling insgesamt.

Aus unserer Sicht wird die Plugin-Notwendigkeit beim Upselling systematisch übertrieben. Viele Anbieter verkaufen zu Recht ein echtes Feature: den Ein-Klick-Kauf direkt nach der Zahlung, ohne dass der Kunde seine Zahlungsdaten erneut eingibt, sowie kleine Zusatzangebote direkt an der Kasse (Order Bumps). Das kann WooCommerce nativ tatsächlich nicht. Für die Produktseite und den Warenkorb, also die zwei Stationen, an denen die meisten Shops überhaupt ansetzen, ist ein Plugin dagegen überdimensioniert.

Wo steht Ihr Shop?

In fünf Punkten und zwei Minuten ankreuzen, was zutrifft. Der Check zeigt, ob die native WooCommerce-Funktion reicht, ein kostenloser Plugin-Tarif genügt, oder sich eine bezahlte Lösung wirklich lohnt.

Was davon brauchen Sie wirklich?

Wer laut Check tatsächlich eine Kasse-Lösung braucht: Der kostenlose Tarif von UpsellWP deckt Checkout-Order-Bumps, Warenkorb-Cross-Sells und einfache Ein-Klick-Upsells bereits ab, ohne Kosten (Stand Juli 2026, Tarife können sich ändern). Erst für echte Post-Purchase-Angebote nach der Zahlung, A/B-Tests oder eine Empfehlungs-Engine wird die kostenpflichtige Pro-Version relevant.

Auch die oft nachgefragte Funktion „Häufig zusammen gekauft“ (Frequently Bought Together), also Empfehlungen aus echten Kaufkombinationen wie bei großen Marktplätzen, steckt nicht im WooCommerce-Kern. Dafür gibt es die offizielle, kostenpflichtige Erweiterung Product Recommendations oder Plugins von Drittanbietern. Für einen kleinen Shop bringen gepflegte manuelle Cross-Sells meist denselben Nutzen ohne laufende Kosten.

Verkaufspsychologie ohne Dark Patterns

Upselling und Cross-Selling funktionieren dann am besten, wenn die Empfehlung echten Mehrwert bietet, nicht nur einen zusätzlichen Klick.

Was wirklich funktioniert: Der Kunde steht kurz vor einer Entscheidung und die Empfehlung hilft ihm, eine bessere oder vollständigere Wahl zu treffen. Ein Laptop-Käufer freut sich über den Hinweis auf ein passendes Netzteil im Warenkorb. Oder er sieht ein Modell mit mehr Arbeitsspeicher auf der Produktseite und überdenkt seine Auswahl. Das ist guter Service.

Was nicht funktioniert und Vertrauen kostet: künstliche Dringlichkeit („Nur noch 2 auf Lager“, obwohl 200 im Lager liegen), Popup-Unterbrechungen beim Kaufprozess, oder Upsell-Angebote, die mit dem betrachteten Produkt nichts gemein haben. Das erzeugt Misstrauen, erhöht Warenkorbabbrüche und schadet dem Ruf des Shops. Erfundene Knappheit ist dabei nicht nur schlechter Stil: Eine unzutreffende Verknappung wie „nur noch 2 Stück“ bei vollem Lager ist nach § 5 UWG eine irreführende und damit abmahnbare Angabe. Echte, zutreffende Knappheits- oder Lieferzeithinweise sind dagegen erlaubt. Wer Warenkorbabbrüche generell reduzieren will, findet im Artikel Warenkorbabbrüche reduzieren die häufigsten Ursachen.

Drei Regeln, die in der Praxis tragen:

  • Preisabstand im Blick behalten: Der Upsell sollte nicht mehr als 30 bis 50 Prozent teurer sein als das Ausgangsprodukt. Ein 80-Euro-Upgrade auf ein 299-Euro-Produkt wird ernsthaft geprüft. Ein Upgrade auf 899 Euro wird fast nie mitgenommen.
  • Cross-Sells müssen passen: Die Ergänzung muss logisch zur Situation im Warenkorb sein. Wer eine Kaffeemaschine kauft, will vielleicht Kaffee. Er will keine Waschmaschine.
  • Keine Redundanz: Wenn jemand ein Produkt schon im Warenkorb hat, sollte es nicht noch einmal als Cross-Sell auftauchen.

Mengenrabatte und Bundles

Upselling und Cross-Selling haben eine natürliche Weiterentwicklung in Produktbündeln und Mengenrabatten. WooCommerce selbst unterstützt keine echten Bundles im Kernumfang. Wer Produkte als Paket zu einem kombinierten Preis verkaufen will, braucht dafür eine Erweiterung.

Die bekannteste Option ist das offizielle Plugin WooCommerce Product Bundles. Damit lassen sich Produktpakete mit eigenem Preis und eigenem Lagerbestand aufbauen. Für einfache „Kaufe 3, zahle 2“-Aktionen reicht in vielen Fällen die eingebaute Gutscheinfunktion aus, kombiniert mit einer gezielten Mindestmengen-Bedingung. Wie das geht, zeigt der Artikel WooCommerce Gutscheine und Rabattaktionen.

Ein Mengenrabatt ohne Plugin ist auch über variable Produkte umsetzbar: Sie legen Varianten „1 Stück“ und „3 Stück“ an und staffeln die Preise. Das ist technisch unelegant, funktioniert aber ohne zusätzliche Kosten und erklärt sich dem Kunden von selbst.

Warenkorbwert messen

Der wichtigste Wert, an dem sich der Erfolg von Upselling und Cross-Selling ablesen lässt, ist der durchschnittliche Bestellwert (Average Order Value, AOV). WooCommerce zeigt ihn unter „WooCommerce > Analytics“ im Performance-Block des Dashboards sowie im Bestellungen-Bericht.

Dort sehen Sie den Umsatz pro Bestellung im Zeitverlauf. Wenn Sie Verlinkungen für ein bestimmtes Produkt aktivieren und den AOV der folgenden vier Wochen mit dem der vorangegangenen vier Wochen vergleichen, haben Sie einen ersten Anhaltspunkt. Das ist keine saubere Kausalaussage, weil viele Faktoren gleichzeitig wirken (Saison, Werbeaktionen, neuer Traffic), aber für eine erste Einschätzung reicht es.

Wie viel Upselling konkret bringt, lässt sich nicht seriös pauschalisieren. Plugin-Anbieter werben gern mit zweistelligen Prozentsprüngen beim Bestellwert, doch der reale Effekt hängt stark vom Sortiment, vom Preisabstand und von der Passgenauigkeit der Empfehlungen ab. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf fremde Zahlen, sondern auf den eigenen AOV vor und nach der Aktivierung. Schon ein Zuwachs von wenigen Prozent rechnet sich, weil die native Funktion nichts kostet.

Wer tiefer gehen will: Mit WooCommerce Analytics (im Core seit WooCommerce 4.0) lassen sich Berichte nach Produktkategorien filtern und Zeiträume direkt vergleichen. Für eine saubere Messung von Empfehlungsklicks braucht man jedoch ein zusätzliches Werkzeug wie Google Analytics 4 mit aktiviertem E-Commerce-Tracking, das den Klick auf ein Upsell-Produkt als Ereignis erfasst.

Einen vollständig optimierten Checkout, der keine Käufe durch unnötige Felder verliert, beschreiben wir in WooCommerce Checkout optimieren.

Für Fortgeschrittene · überspringbar

Profi-Block: Template-Anpassungen für Entwickler

Einsteiger können diesen Abschnitt überspringen. Er richtet sich an Entwickler, die das Standard-Layout der Empfehlungen anpassen wollen.

WooCommerce rendert Upsells über das Template woocommerce/templates/single-product/up-sells.php und Cross-Sells über woocommerce/templates/cart/cross-sells.php. Beide können über ein Child-Theme überschrieben werden.

Die Anzahl der angezeigten Upsells lässt sich per Filter steuern:

add_filter( 'woocommerce_upsells_total', function() { return 3; } );
add_filter( 'woocommerce_upsells_columns', function() { return 3; } );

Der erste Filter bestimmt die maximale Anzahl der angezeigten Produkte, der zweite die Spaltenanzahl im Grid. Analog dazu funktionieren Cross-Sells:

add_filter( 'woocommerce_cross_sells_total', function() { return 4; } );
add_filter( 'woocommerce_cross_sells_columns', function() { return 4; } );

Wer verwandte Produkte deaktivieren möchte, weil er ausschließlich mit manuellen Verlinkungen arbeitet, kann den entsprechenden Ausgabe-Hook entfernen:

remove_action( 'woocommerce_after_single_product_summary', 'woocommerce_output_related_products', 20 );

Diese Code-Schnipsel gehören in die functions.php des Child-Themes oder in ein eigenes Plugin, nicht in das Eltern-Theme, damit sie bei Updates erhalten bleiben.

Praxisbeispiel

Typisch ist das Problem einer flachen Kategorienstruktur: Wenn alle Produkte in einer einzigen Kategorie liegen, sind alle Artikel formal „verwandt“. Ein Staubsauger sieht als verwandte Produkte dann einen Kühlschrank und einen Wasserkocher.

Die Lösung besteht aus zwei Schritten: Kategorienstruktur mit sinnvollen Unterkategorien anlegen und für die meistgekauften Produkte manuelle Upsells und Cross-Sells setzen. Upsells zeigen das nächst hochwertigere Modell derselben Produktlinie. Cross-Sells sind verbrauchbare oder ergänzende Artikel: Staubbeutel zum Staubsauger, Filtermatten zur Abzugshaube.

Das Ergebnis einer sauberen Struktur: Produktseiten wirken aufgeräumter, weil jede Empfehlung thematisch passt. Kunden navigieren gezielter und kehren seltener zur Suche zurück.

Sofort-Checkliste: Upselling und Cross-Selling einrichten

  • Sind für die zehn meistverkauften Produkte Upsells hinterlegt?
  • Sind die Upsell-Produkte wirklich bessere Alternativen, nicht nur teurer?
  • Weicht der Upsell-Preis nicht mehr als 50 Prozent vom Ausgangsprodukt ab?
  • Passen die Cross-Sells logisch zu den Warenkorbprodukten?
  • Erscheinen Cross-Sells auch wirklich im Warenkorb (Frontend prüfen)?
  • Sind Kategorien und Tags sauber gepflegt, damit verwandte Produkte Sinn ergeben?
  • Sind keine bereits im Warenkorb liegenden Produkte als Cross-Sells hinterlegt?
  • Wird der durchschnittliche Bestellwert in WooCommerce Analytics beobachtet?
  • Brauchen Sie Order Bumps an der Kasse oder Ein-Klick-Angebote nach der Zahlung? Dann Fünf-Punkte-Check oben nutzen, sonst reicht die Kernfunktion.
Das Wichtigste zum Mitnehmen

  • Upsells gehen auf die Produktseite, Cross-Sells in den Warenkorb. Beide werden unter „Produktdaten > Verlinkte Produkte“ pro Produkt hinterlegt.
  • Verwandte Produkte werden automatisch durch Kategorien und Tags bestimmt und können nicht manuell ausgewählt werden.
  • Zwei bis vier Upsells pro Produkt reichen. Mehr davon schwächt die Wirkung.
  • Gute Empfehlungen helfen dem Kunden, eine bessere Wahl zu treffen. Alles, was sich nicht mit einem Klick ignorieren lässt, schadet dem Vertrauen mehr, als es kurzfristig einbringt.
  • Ein Plugin lohnt sich nur für Order Bumps an der Kasse und Ein-Klick-Angebote nach der Zahlung. Reicht Produktseite und Warenkorb, kostet Sie das nichts extra.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Upsells und Cross-Sells konkret?

Ein Upsell ist eine hochwertigere Alternative zum betrachteten Produkt, die auf der Produktseite erscheint, bevor der Kauf entschieden ist. Ein Cross-Sell ist ein Ergänzungsprodukt, das im Warenkorb vorgeschlagen wird, wenn der Kauf bereits beschlossen ist. Der Hauptunterschied liegt in der Position im Kaufprozess und im Verhältnis zum Ausgangsprodukt.

Muss ich für Upselling ein Plugin installieren?

Nein, für die Kernfunktion nicht. Nutzen Sie den Fünf-Punkte-Check weiter oben, um zu sehen, ob einer der beiden Fälle (Order Bumps an der Kasse, Ein-Klick-Käufe nach der Zahlung) bei Ihnen zutrifft. Trifft keiner zu, reicht „Produktdaten > Verlinkte Produkte“ völlig aus.

Ab wie vielen Bestellungen im Monat lohnt sich ein kostenpflichtiges Plugin?

Eine feste Grenze gibt es nicht, aber als Faustregel: Bei wenigen Dutzend Bestellungen im Monat amortisiert sich ein Pro-Tarif für Post-Purchase-Upsells oder A/B-Tests selten. Der kostenlose Tarif von UpsellWP deckt Order Bumps und einfache Ein-Klick-Upsells ohnehin ab. Erst mit spürbarem Bestellvolumen, bei dem sich A/B-Tests statistisch überhaupt auswerten lassen, wird die kostenpflichtige Version zur echten Rechnung statt zur Kostenstelle.

Wie viele Upsells sollte ich pro Produkt setzen?

Zwei bis vier reichen in aller Regel aus. Die Anzahl ist technisch nicht begrenzt, WooCommerce zeigt standardmäßig nur ein Vier-Spalten-Raster, mehr Upsells rutschen einfach in die nächste Zeile. Mehr als vier wirken schnell wie ein zweites Sortiment statt einer gezielten Auswahl. Besser wenige, dafür passende Alternativen wählen.

Was sind „verwandte Produkte“ in WooCommerce?

Verwandte Produkte werden automatisch von WooCommerce generiert. Produkte, die dieselbe Kategorie oder dasselbe Schlagwort teilen, gelten als verwandt und werden auf der Produktseite angezeigt. Sie können nicht manuell ausgewählt werden. Wer die Qualität dieser automatischen Vorschläge verbessern will, pflegt Kategorien und Tags konsequent.

Wo erscheinen Cross-Sells im Frontend?

Cross-Sells erscheinen auf der Warenkorbseite, unterhalb der Tabelle mit den hinzugefügten Produkten, unter der Kern-Überschrift „You may be interested in…“ (deutscher Wortlaut je nach Sprachpaket). Sie sind an die Produkte im Warenkorb gebunden: Welche Cross-Sells auftauchen, richtet sich nach den Artikeln, die der Kunde gerade im Warenkorb hat.

Kann ich die Anzahl der angezeigten Upsells ändern?

Ja. Über den WordPress-Filter woocommerce_upsells_total lässt sich die maximale Anzahl anpassen, über woocommerce_upsells_columns die Spaltenanzahl im Grid. Beide Filter werden in die functions.php des Child-Themes gesetzt. Analog funktionieren woocommerce_cross_sells_total und woocommerce_cross_sells_columns für den Warenkorb.

Ist Upselling manipulativ? Wie bleibe ich fair gegenüber meinen Kunden?

Ein einfacher Test hilft: Kann der Kunde das Angebot mit einem Klick ignorieren und normal weiter zur Kasse gehen? Wenn ja, ist es in Ordnung. Ein vorausgewählter Zusatzartikel im Warenkorb, den man erst abwählen muss, oder ein Angebot, das den Checkout-Button verdeckt, besteht diesen Test nicht und kostet auf Dauer mehr Vertrauen, als es an Umsatz bringt.

Muss ich für jeden Artikel im Shop Upsells hinterlegen?

Nein, das ist weder nötig noch sinnvoll. Starten Sie mit den zehn bis zwanzig meistverkauften Produkten. Dort haben manuelle Verlinkungen die größte Hebelwirkung auf den Gesamtumsatz. Für die restlichen Produkte übernehmen verwandte Produkte (automatisch aus Kategorien und Tags) die Basisversorgung mit Empfehlungen.

Wie messe ich, ob Upselling etwas bringt?

Der wichtigste Messwert ist der durchschnittliche Bestellwert (AOV), der sich in WooCommerce Analytics unter „WooCommerce > Analytics“ ablesen lässt. Vergleichen Sie den AOV vor und nach der Aktivierung der Verlinkungen über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen. Für eine genauere Messung einzelner Empfehlungsklicks ist Google Analytics 4 mit E-Commerce-Tracking nötig.

Quellen und weiterführende Informationen: WooCommerce Dokumentation: Related Products, Up-Sells und Cross-Sells. Stand: Juni 2026. Dieser Artikel ist eine fachliche Einordnung ohne Gewähr für Vollständigkeit bei Plugin-Updates oder Theme-Abweichungen.