- Für die meisten KMU-Shops gilt: Mollie als zentraler Payment-Provider deckt mit einer Integration PayPal, Kreditkarte, SEPA-Lastschrift und Klarna ab und ist einfacher zu verwalten als mehrere direkte Verträge.
- Stripe ist die bessere Wahl für Shops mit eigenem Entwickler-Team oder internationalem Wachstumsplan. Für nationale Standardshops ohne API-Ressourcen ist der Einstieg aufwendiger als bei Mollie.
- Klarna nimmt über Mollie 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion. Dafür übernimmt Klarna das komplette Ausfallrisiko, was für viele Händler trotz höherer Gebühr günstiger ist als eigenes Forderungsmanagement.
- Apple Pay und Google Pay laufen über denselben Provider wie die Kreditkarte und kosten keinen Zusatzaufwand. Aktivieren ist Pflicht, sobald mehr als die Hälfte des Umsatzes über Mobilgeräte kommt.
Wer einen WooCommerce-Shop aufbaut, steht früh vor der Frage: Welche Zahlungsanbieter kommen rein, und warum? Die Auswahl an Plugins ist groß, die Gebührenunterschiede sind real, und ein falscher Provider kostet im laufenden Betrieb mehr als die Einrichtung gespart hat. Dieser Artikel vergleicht die wichtigsten Anbieter für den deutschen Markt nach Kosten, Einrichtungsaufwand, Käuferakzeptanz und den Risiken, über die kaum jemand spricht.
Wer zunächst verstehen will, was ein WooCommerce-Shop insgesamt kostet, findet die Gesamtrechnung im Artikel WooCommerce Kosten: Was ein Onlineshop wirklich kostet. Dort stehen auch die Grundgebühren der Anbieter im Kontext aller anderen Kostenpositionen. Dieser Artikel geht eine Ebene tiefer und vergleicht die Anbieter im Detail.
Warum ein eigener Vergleich für WooCommerce?
Bei Shopify ist Shopify Payments die Standard-Option, alle anderen kosten extra. WooCommerce hat keine solche Bindung. Das bedeutet: Sie wählen den Anbieter, der zu Ihrer Zielgruppe, Ihrem Umsatzvolumen und Ihrem technischen Setup passt. Das gibt Kontrolle, verlangt aber auch, dass Sie die Unterschiede kennen.
Ein weiterer Punkt: WooCommerce bietet für die meisten Zahlungsarten offizielle oder gut gepflegte Community-Plugins. WooCommerce PayPal Payments, das offizielle Stripe-Plugin und das offizielle Mollie-Plugin werden direkt von den Anbietern gepflegt und sind SCA-konform. Das ist relevant, weil ein veraltetes Plugin bei Kartenzahlungen dazu führt, dass Banken Transaktionen ablehnen.
PayPal: Pflicht, aber nicht für alles
PayPal ist laut EHI Retail Institute mit einem Umsatzanteil von 28,5 Prozent die meistgenutzte Zahlungsmethode im deutschen E-Commerce und für viele Käufer die bevorzugte Zahlungsoption. Für einen erheblichen Teil der deutschen Käufer ist PayPal die bevorzugte, manchmal einzig akzeptierte Zahlungsoption. Das hat weniger mit der Marke zu tun als mit dem gespeicherten Konto: Wer einmal alle Bankdaten in PayPal hinterlegt hat, will sie nicht für jeden neuen Shop neu eintippen.
Die aktuellen Gebühren für Waren und Dienstleistungen im Inland: 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion (Stand: April 2026). Bei 100 Euro Warenkorb bleiben 97,16 Euro beim Händler.
Was viele unterschätzen: der PayPal-Käuferschutz läuft bis zu 180 Tage nach der Zahlung. Ein Käufer kann in diesem Zeitraum einen Streitfall eröffnen, und PayPal entscheidet zwischen Käufer und Händler. Händler, die keinen Liefernachweis hochladen oder bei digitalen Produkten keine Zugriffsprotokolle sichern, verlieren solche Fälle regelmäßig. Die Tracking-Nummer nach dem Versand direkt in den PayPal-Account hochladen ist keine Kür, sondern Pflicht.
Für WooCommerce-Shops gilt: PayPal ist ein Muss als eigenständige Methode. Gleichzeitig ist PayPal allein kein vollständiger Payment Service Provider. Wer nur PayPal anbietet, verliert Kunden, die auf Rechnung kaufen wollen oder lieber mit Kreditkarte zahlen, ohne ein PayPal-Konto zu haben.
Stripe: der Profi-Provider
Stripe ist technisch der leistungsfähigste und am besten dokumentierte Zahlungsdienstleister auf dem Markt. Die API ist sehr gut dokumentiert, der Methodenmix ist breit, und die Gebühren für EU-Karten sind konkurrenzfähig. Wer einen Entwickler hat oder selbst eine hat, kommt mit Stripe am weitesten.
Die aktuellen Stripe-Gebühren für Deutschland (Stand: Juni 2026):
- EWR-Standardkarten (Verbraucherkarten Visa/Mastercard): 1,5 % + 0,25 €
- EWR-Premium- und Firmenkarten: 1,9 % + 0,25 €
- UK-Karten: 2,5 % + 0,25 €
- Nicht-EWR-Karten: 3,25 % + 0,25 €
- SEPA-Lastschrift: 0,35 € (Festgebühr)
Stripe deckt über das WooCommerce-Plugin außerdem Apple Pay, Google Pay und Link (Stripes eigenes One-Click-Checkout-Verfahren) ab, ohne dass zusätzliche Verträge oder Plugins nötig sind. Das ist ein praktischer Vorteil gegenüber separaten Integrationen.
Wo Stripe weniger punktet: Der Kundensupport ist überwiegend asynchron (E-Mail, Dokumentation), und für Händler ohne Entwicklerhintergrund ist die initiale Einrichtung anspruchsvoller als bei Mollie. Für rein nationale Shops ohne Skalierungsambitionen und ohne eigene IT-Ressourcen ist Mollie oft der reibungslosere Weg.
Mollie: der unkomplizierte All-in-One-Weg
Mollie ist im deutschsprachigen Mittelstand beliebt, weil der Einstieg deutlich einfacher ist als bei Stripe und der Methodenmix breiter als bei PayPal direkt. Ein Vertrag, ein Plugin, ein Abrechnungsstrom. Das offizielle WooCommerce-Plugin von Mollie wird aktiv gepflegt und ist PSD2-konform.
Was Mollie über eine einzige Integration abdeckt: Kreditkarte (Visa, Mastercard, Amex), SEPA-Lastschrift, PayPal, Klarna (Rechnung, Ratenkauf, Sofort), iDEAL für niederländische Kunden, Bancontact für belgische Kunden und weitere. Für Shops, die in den DACH-Raum verkaufen, ist das die vollständigste Abdeckung mit dem geringsten Verwaltungsaufwand.
Die Mollie-Gebühren (Stand: Juni 2026):
- Kreditkarte EWR-Verbraucherkarten (Visa/Mastercard): 1,80 % + 0,25 €
- American Express: 2,90 % + 0,25 €
- SEPA-Lastschrift: 0,35 € (Festgebühr)
- Klarna (Rechnung, Ratenkauf, Sofort) für DE/AT/CH: 2,99 % + 0,35 €
- PayPal: PayPal-Standardgebühren plus 0,10 € pro Transaktion
Mollie ist für die meisten KMU-Shops die pragmatischste Wahl: ein Ansprechpartner, ein Dashboard für alle Zahlungseingänge, und der Support ist im deutschsprachigen Raum als solide eingestuft.
Klarna: Rechnung und Ratenkauf ohne eigenes Risiko
Kauf auf Rechnung ist im deutschen Onlinehandel nach EHI-Daten die zweitbeliebteste Zahlungsmethode mit einem Umsatzanteil von rund 25 Prozent. Viele Händler bieten sie trotzdem nicht an, weil sie das Zahlungsausfallrisiko scheuen. Das ist der Fehler, den Klarna auflöst.
Das Modell: Klarna prüft die Bonität des Käufers in Echtzeit, genehmigt oder lehnt ab, und zahlt dem Händler den Betrag unabhängig davon, ob der Käufer am Ende zahlt oder nicht. Das Forderungsmanagement, die Mahnungen und das Ausfallrisiko liegen vollständig bei Klarna.
Klarna nennt keine öffentliche Standardpreisliste für Händler in Deutschland. Über Mollie als Integrationspartner liegen die Gebühren bei 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Händler, die Klarna direkt integrieren, verhandeln ihre Konditionen individuell. Kleinere Shops zahlen in der Regel höhere Sätze als größere Händler. Klarna nennt keine allgemeinen Standardtarife auf einer öffentlichen Preisseite, weshalb eine genaue Zahl ohne individuellen Vertrag nicht möglich ist.
Klarna bietet außerdem „Klarna Sofort“ als Echtzeit-Überweisung an. Käufer authentifizieren sich direkt über ihr Online-Banking, die Zahlung erfolgt sofort. Das ist eine Alternative für Käufer, die weder PayPal noch Kreditkarte nutzen wollen.
Ein Fallstrick bei Klarna, der in keinem Plugin-Tutorial steht: Reklamationsabwicklung. Wenn ein Käufer eine Retoure einschickt und gleichzeitig die Klarna-Zahlung pausiert oder storniert, laufen Händler und Klarna oft aneinander vorbei, wenn der Retourenprozess im WooCommerce-Shop nicht sauber mit dem Klarna-System verbunden ist. Wer Klarna aktiviert, muss die Retouren-API-Integration testen, nicht nur den Kaufprozess.
SEPA-Lastschrift: günstig, aber mit Bedingungen
SEPA-Lastschrift ist bei vielen Shopbetreibern beliebt, weil die Gebühren niedrig sind: 0,35 € pro Transaktion bei Stripe oder Mollie, ohne prozentualen Anteil. Bei einem 200-Euro-Warenkorb kostet die Transaktion genauso viel wie bei einem 20-Euro-Artikel. Das macht SEPA bei hochpreisigen Produkten besonders attraktiv.
Der Haken ist die Rückbuchungsfrist. Eine autorisierte SEPA-Lastschrift kann der Käufer bis zu acht Wochen nach Abbuchung stornieren. Eine nicht autorisierte Lastschrift, bei der der Käufer bestreitet, je zugestimmt zu haben, kann bis zu 13 Monate zurückgebucht werden. Das ist ein erhebliches Risiko bei Neukunden.
In der Praxis bewährt sich SEPA-Lastschrift am besten in zwei Szenarien: bei Stammkunden, die bereits mehrfach ohne Probleme bestellt haben, und im B2B-Bereich, wo Verträge und Mandatserteilung dokumentiert sind. Für Erstkäufer von unbekannten Kunden ist das Risiko größer als der Gebührenvorteil. Wer SEPA anbietet, sollte es im WooCommerce-Shop für Neukunden entweder sperren oder auf einen niedrigen Bestellwert begrenzen.
Apple Pay und Google Pay über Ihren PSP
Apple Pay und Google Pay sind keine eigenständigen Zahlungsanbieter, die einen separaten Vertrag erfordern. Sie laufen technisch über den bereits integrierten Payment Service Provider, bei Stripe also über das Stripe-Plugin, bei Mollie über das Mollie-Plugin. Die Aktivierung ist in der Regel ein Klick im Plugin-Dashboard.
Die Gebühren entsprechen der normalen Kartentransaktion des jeweiligen Providers. Apple Pay kostet bei Stripe genauso viel wie eine Kreditkartenzahlung mit der hinterlegten Karte: 1,5 % + 0,25 € für EWR-Standardkarten.
Warum die Aktivierung trotzdem oft unterbleibt: Viele Händler denken, es handelt sich um komplizierte Sonderintegrationen. Das stimmt nicht. Der einzige Unterschied ist ein Domain-Verifikationsschritt für Apple Pay, der vom Plugin geführt wird und wenige Minuten dauert.
Ab wann es sich lohnt: Wer mehr als 50 Prozent seines Umsatzes über Mobilgeräte erzielt, sollte Apple Pay und Google Pay aktiviert haben. Die One-Touch-Zahlung ohne Kreditkarteneingabe reduziert Abbrüche im mobilen Checkout deutlich. Für Shops mit überwiegend Desktop-Traffic ist der Effekt geringer, aber der Aufwand ist so gering, dass es keinen Grund gibt, sie wegzulassen.
Vergleichstabelle: alle Anbieter auf einen Blick
| Anbieter / Methode | Gebühr pro Transaktion | Einrichtungsaufwand WooCommerce | Käufer-Akzeptanz DE | Auszahlung | Ausfallrisiko |
|---|---|---|---|---|---|
| PayPal (Waren/DL Inland) | 2,49 % + 0,35 € | Gering (offizielles Plugin) | Sehr hoch, Pflichtmethode | Sofort im PayPal-Konto | Beim Händler (Käuferschutz 180 Tage) |
| Stripe EWR-Standardkarte | 1,5 % + 0,25 € | Mittel (API-Setup empfohlen) | Hoch (Kreditkarte, Apple/Google Pay) | 2 Werktage nach Einrichtung | Beim Händler (Chargeback möglich) |
| Stripe EWR-Premium-/Firmenkarte | 1,9 % + 0,25 € | Wie oben | B2B-relevant | 2 Werktage | Beim Händler |
| Stripe SEPA-Lastschrift | 0,35 € (Festgebühr) | Gering (im Stripe-Plugin) | Mittel (Stammkunden) | 3–5 Werktage | Beim Händler (bis 13 Monate Rückbuchung) |
| Mollie Kreditkarte EWR | 1,80 % + 0,25 € | Gering (offizielles Plugin) | Hoch | Werktäglich | Beim Händler |
| Mollie SEPA-Lastschrift | 0,35 € (Festgebühr) | Gering (im Mollie-Plugin) | Mittel (Stammkunden) | 3–5 Werktage | Beim Händler |
| Klarna Rechnung/Ratenkauf (via Mollie) | 2,99 % + 0,35 € | Gering (im Mollie-Plugin) | Sehr hoch (DE Pflichtmethode) | Sofort nach Bestellbestätigung | Bei Klarna |
| Apple Pay / Google Pay (via Stripe oder Mollie) | Wie Stripe-Kreditkarte | Sehr gering (Aktivierung im Plugin) | Hoch bei Mobile-Käufern | Wie Stripe | Beim Händler |
Gebühren PayPal: PayPal Händlergebühren, Stand April 2026. Stripe: Stripe Pricing DE, Stand Juni 2026. Mollie/Klarna: Mollie Preise, Stand Juni 2026.
Praxisbeispiel: Was Gebühren wirklich kosten
In einem WooCommerce-Projekt für einen Naturkosmetik-Händler haben wir die Gebührenverteilung nach sechs Monaten ausgewertet. Der durchschnittliche Warenkorb lag bei 67 Euro, der monatliche Umsatz bei 28.000 Euro. Die Zahlungsmethoden-Verteilung war: 44 Prozent PayPal, 31 Prozent Kreditkarte via Stripe, 18 Prozent Klarna Rechnung, 7 Prozent SEPA-Lastschrift.
Die Gebührenrechnung für einen typischen Monat:
- PayPal (44 % = 12.320 €): 2,49 % + 0,35 € je Transaktion. Bei 184 Transaktionen zu je 67 € = 184 × (67 × 0,0249 + 0,35) = 184 × (1,668 + 0,35) = 184 × 2,018 = 371,31 €
- Stripe Kreditkarte (31 % = 8.680 €): 1,5 % + 0,25 €. Bei 130 Transaktionen = 130 × (67 × 0,015 + 0,25) = 130 × (1,005 + 0,25) = 130 × 1,255 = 163,15 €
- Klarna Rechnung (18 % = 5.040 €): 2,99 % + 0,35 €. Bei 75 Transaktionen = 75 × (67 × 0,0299 + 0,35) = 75 × (2,003 + 0,35) = 75 × 2,353 = 176,48 €
- SEPA-Lastschrift (7 % = 1.960 €): 0,35 € fix. Bei 29 Transaktionen = 29 × 0,35 = 10,15 €
Gesamtgebühren: 371,31 + 163,15 + 176,48 + 10,15 = 721,09 € bei 28.000 € Umsatz. Das entspricht 2,57 Prozent des Umsatzes. Der Effektivsatz liegt damit zwischen dem PayPal-Satz (der größten Einzelposition) und dem günstigen Stripe-Satz. Die Durchmischung zahlt sich aus.
Was diese Rechnung zeigt: Ein Shop, der ausschließlich PayPal anbietet, zahlt bei diesem Umsatz rund 700 Euro nur für PayPal-Gebühren. Wer Kreditkarte via Stripe hinzunimmt und einen Teil der Kundschaft dort einsammelt, senkt seinen Effektivsatz. Die SEPA-Lastschrift für Stammkunden kostet fast nichts und reduziert den teuren PayPal-Anteil weiter.
Für Fortgeschrittene · überspringbar
Profi-Block: Chargebacks, Auszahlungsrhythmus, PCI/SCA
Dieser Abschnitt richtet sich an Shopbetreiber, die bereits einen laufenden Shop haben und tiefer in die Technik einsteigen wollen.
Chargebacks und wie man sie gewinnt. Bei Kreditkartenzahlungen kann ein Käufer eine Zahlung über seine Bank anfechten, bis zu 120 Tage nach der Transaktion. Der Anbieter (Stripe, Mollie) legt den Betrag einschließlich einer Chargeback-Gebühr von 20,00 Euro je Zahlungsanfechtung (Stand der Stripe-DE-Preisseite, jederzeit änderbar) vorläufig eingefroren. Als Händler muss man innerhalb von 7 bis 14 Tagen Beweise einreichen: Kaufbeleg, Liefernachweis mit Tracking-Nummer, E-Mail-Kommunikation, bei digitalen Produkten Zugriffsprotokolle. PSD2 und 3D Secure sind hier ein echter Vorteil: Wenn eine Zahlung 3D-Secure-authentifiziert ist, trägt bei einem unautorisierten Chargeback die Bank des Käufers die Haftung, nicht der Händler. Das gilt aber nur, wenn das Plugin SCA-konform ist und der Checkout korrekt konfiguriert war.
Auszahlungsrhythmus verstehen. PayPal zahlt sofort auf das PayPal-Konto aus, der Transfer auf das Bankkonto ist ein weiterer Schritt. Stripe zahlt in der Einrichtungsphase in der Regel nach zwei Werktagen aus, kann auf tägliche Ausschüttung umgestellt werden. Mollie zahlt werktäglich. SEPA-Lastschriften haben generell längere Wartezeiten, weil das Lastschriftverfahren selbst 3 bis 5 Werktage benötigt, bevor die Zahlung als final gilt. Für die Liquiditätsplanung ist es relevant, welche Methoden wann tatsächlich Geld auf dem Konto erscheinen lassen.
PCI-DSS und warum Sie sich nicht darum kümmern müssen. PCI-DSS ist der Datensicherheitsstandard für die Kreditkartenbranche. Wer Kreditkartendaten selbst speichert oder überträgt, muss eine aufwendige PCI-Zertifizierung durchlaufen. Bei allen modernen PSPs (Stripe, Mollie, PayPal) werden die Kartendaten nicht auf dem WooCommerce-Server gespeichert, sondern direkt im Formular des Anbieters verarbeitet. Das nennt sich Hosted Fields oder Payment Request API. Die PCI-DSS-Pflicht des Händlers reduziert sich dadurch auf einen einfachen Selbstauskunft-Fragebogen. Das ist der starke Grund, warum Hosted-Fields-Integrationen immer gegenüber direkter Karteneingabe auf dem eigenen Server zu bevorzugen sind.
Mehr zum technischen Setup von Versand, Steuern und Zahlungsprozessen in WooCommerce steht im Artikel Versand, Steuern und Rechtstexte in WooCommerce.
Welche Kombination braucht ein KMU-Shop?
Die Empfehlung ist klar: Mollie als zentraler PSP, PayPal direkt als zusätzliche Methode.
Mollie bündelt Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, Klarna und weitere Methoden unter einem Vertrag und einem Plugin. Die Gebühren für Kreditkarte (1,80 % + 0,25 €) liegen leicht über Stripe, aber der reduzierte Verwaltungsaufwand und der niedrigschwellige Support rechtfertigen das für die meisten KMU-Shops. Klarna kommt automatisch mit rein.
PayPal separat daneben zu betreiben macht Sinn, weil PayPal in keinem anderen PSP ohne Aufpreis enthalten ist (Mollie berechnet 0,10 € extra pro PayPal-Transaktion über die normale PayPal-Gebühr hinaus). Das separate PayPal-Plugin für WooCommerce ist kostenlos und einfach einzurichten. Zwei Abrechnungsströme sind etwas unübersichtlicher, aber ein vertretbarer Kompromiss.
Wer auf Stripe setzen sollte: Shops mit eigenem Entwickler, die eigene Checkout-Anpassungen oder komplexere Zahlungslogik brauchen. Shops mit erheblichem internationalem Umsatzanteil, wo Stripes Währungs- und Ländersupport voll zur Geltung kommt. Und Shops, die Stripes Link-Checkout testen wollen, das One-Click-Verfahren von Stripe, das bei bestehenden Stripe-Nutzern ohne erneute Dateneingabe funktioniert.
Klarna ist in der Mollie-Integration ab dem ersten Tag dabei. Als separates Plugin direkt von Klarna lohnt es sich ab einem höheren Transaktionsvolumen, wenn individuelle Konditionen verhandelt werden können. Für kleine Shops ist die Mollie-Integration der einfachere Weg.
Wer wissen möchte, welche Pflichtangaben ein rechtssicherer Onlineshop unabhängig vom Zahlungsanbieter braucht, findet die vollständige Übersicht im Artikel Pflichtangaben im Onlineshop: die häufigsten Abmahnfallen. Welche Plattform dahinter steckt, beleuchtet der Artikel WooCommerce oder Shopify: Was für den Mittelstand wirklich zählt. Wer einen Onlineshop von Grund auf planen oder modernisieren will, findet auf der Leistungsseite Websites und Onlineshops den Ausgangspunkt.
Checkliste: Zahlungsarten richtig einrichten
- Mollie oder Stripe als zentralen PSP gewählt und das offizielle WooCommerce-Plugin installiert?
- PayPal als eigenständige Methode über das offizielle WooCommerce PayPal Payments Plugin hinzugefügt?
- Klarna Rechnung aktiviert, damit Neukunden auf Rechnung kaufen können, ohne dass das Ausfallrisiko beim Händler liegt?
- Apple Pay und Google Pay im Plugin-Dashboard aktiviert (Domain-Verifikation für Apple Pay durchgeführt)?
- SEPA-Lastschrift auf eingeloggte Stammkunden oder einen Mindestbestellwert begrenzt?
- Plugin-Version aktuell und SCA/3D-Secure 2.x unterstützt?
- Klarna-Retouren-Integration getestet: Wird eine Retoure in WooCommerce korrekt an Klarna übermittelt?
- PayPal-Tracking: Wird die Sendungsnummer nach dem Versand automatisch in den PayPal-Account hochgeladen?
- Auszahlungsrhythmus aller Anbieter bekannt und in die Liquiditätsplanung eingerechnet?
- Datenschutzerklärung um die eingesetzten Zahlungsdienstleister ergänzt?
- Mollie als zentraler PSP plus PayPal direkt ist für die meisten KMU-Shops die pragmatischste Kombination: ein Ansprechpartner für fast alle Methoden, niedriger Einrichtungsaufwand, Klarna inklusive.
- Stripe ist die bessere Wahl bei eigenem Entwickler-Team oder internationalem Wachstumsplan. Die Gebühren sind konkurrenzfähig, der Einstieg aber anspruchsvoller.
- Klarna löst das Ausfallrisiko beim Rechnungskauf. Die höhere Gebühr (2,99 % + 0,35 € via Mollie) ist für viele Shops günstiger als internes Forderungsmanagement. Klarna nennt keine öffentlichen Standardtarife für direkte Integrationen.
- Apple Pay und Google Pay aktivieren kostet fast keine Zeit und senkt Abbrüche im mobilen Checkout. Sie laufen über den bereits integrierten PSP ohne zusätzlichen Vertrag.
Häufige Fragen
Was ist besser: Mollie oder Stripe für WooCommerce?
Mollie ist für die meisten nationalen KMU-Shops der unkompliziertere Weg: einfacherer Einstieg, besserer deutschsprachiger Support, und Klarna ist direkt integriert. Stripe ist die bessere Wahl, wenn ein Entwickler vorhanden ist oder internationales Wachstum geplant ist. Die Gebühren unterscheiden sich wenig: Stripe nimmt für EWR-Standardkarten 1,5 % + 0,25 €, Mollie 1,80 % + 0,25 €.
Muss ich PayPal separat einrichten oder ist es in Mollie enthalten?
Mollie kann PayPal einbinden, berechnet aber 0,10 € zusätzlich zu den normalen PayPal-Gebühren pro Transaktion. Für die meisten Shops ist es günstiger, das kostenlose offizielle WooCommerce PayPal Payments Plugin separat zu betreiben. Zwei Plugins sind etwas mehr Aufwand, aber der Aufpreis entfällt.
Was kostet Klarna für WooCommerce-Händler?
Über Mollie als Integrationspartner liegen die Klarna-Gebühren für Deutschland bei 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion. Klarna veröffentlicht keine öffentlichen Standardtarife für direkte Integrationen, die Konditionen werden individuell verhandelt. Für kleine Shops ist die Mollie-Integration in der Regel der einfachere und kostentransparente Weg.
Wie schützt man sich vor PayPal-Käuferschutz-Missbrauch?
Die wichtigste Maßnahme: die Tracking-Nummer direkt nach dem Versand in den PayPal-Merchant-Account hochladen. Das belegt die Lieferung im Streitfall. Bei digitalen Produkten oder Dienstleistungen Zugriffsprotokolle und Bestätigungs-E-Mails aufbewahren. PayPal-Streitfälle bis 180 Tage nach der Zahlung sind möglich, also braucht man die Belege entsprechend lang.
Ist SEPA-Lastschrift für alle WooCommerce-Shops geeignet?
Nein. SEPA-Lastschrift ist kostengünstig, aber das Rückbuchungsrisiko von bis zu 13 Monaten macht sie für Neukunden riskant. Empfehlung: SEPA-Lastschrift für eingeloggte Stammkunden freischalten oder auf einen Mindestbestellwert begrenzen. Für B2B-Shops mit Vertragskundenbasis ist sie eine sehr günstige Methode.
Brauche ich Apple Pay und Google Pay als eigene Integration?
Nein. Beide laufen über den bereits integrierten PSP (Stripe oder Mollie) und erfordern keinen zusätzlichen Vertrag. Die Aktivierung ist ein Klick im Plugin-Dashboard, für Apple Pay kommt ein einfacher Domain-Verifikationsschritt hinzu. Die Gebühren entsprechen der normalen Kartentransaktion des Providers.
Was bedeutet SCA für meinen WooCommerce-Shop?
SCA (Starke Kundenauthentifizierung) ist die PSD2-Pflicht für Kartenzahlungen in der EU. Das bedeutet: Käufer müssen bei Onlinezahlungen mit einem zweiten Faktor bestätigen, meist per App oder SMS. Technisch läuft das über 3D Secure 2.x. Alle aktuellen Zahlungs-Plugins von Stripe, Mollie und PayPal setzen SCA automatisch um. Wer ein Plugin-Update länger aufgeschoben hat, riskiert, dass Banken Transaktionen ablehnen.
Kann ich die WooCommerce-Zahlungsgebühren auf Kunden umlegen?
Im deutschen Verbrauchergeschäft nein. § 270a BGB verbietet gesonderte Entgelte für SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften und gängige Kreditkarten. Die Gebühren sind Teil der Handelsmarge. Im B2B-Bereich können Aufschläge vertraglich vereinbart werden, müssen aber klar ausgewiesen sein.
