- Jeder physische Standort braucht eine eigene Seite mit echtem, standortgebundenem Inhalt. Wer nur Ortsnamen in ein Template tauscht, riskiert Deindexierung.
- Google definiert inhaltsleere Standortseiten explizit als Doorway Abuse und wertet sie als Spam ab.
- Jede Seite braucht LocalBusiness-Schema mit der eigenen Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten. Kopierte Vorlagen mit ausgetauschter Postleitzahl genügen nicht.
- NAP-Daten (Name, Address, Phone) müssen auf Seite, Google-Unternehmensprofil und Verzeichnissen identisch sein. Kleine Abweichungen brechen lokale Sichtbarkeit.
Ein Handwerksbetrieb mit Büros in drei Städten, eine Kanzlei mit zwei Standorten, eine Physiopraxis mit vier Filialen: Alle wollen, dass Kunden in ihrer Stadt sie finden. Die naheliegende Lösung klingt einfach. Eine Seite pro Standort anlegen, den Ortsnamen oben hinschreiben, fertig. Das Problem ist, dass Google genau diese Praxis seit Jahren als Spam behandelt, wenn die Seiten keinen echten Mehrwert liefern. Dieser Ratgeber zeigt, wie Standortseiten aufgebaut werden, die Google indexiert statt abwertet, und die Interessenten tatsächlich helfen.
Die Grundlagen zu lokaler Sichtbarkeit insgesamt stehen im Ratgeber Local SEO: In Ihrer Region online gefunden werden. Wer das Google-Unternehmensprofil noch nicht vollständig eingerichtet hat, findet dazu die Anleitung unter Google Unternehmensprofil. Dieser Ratgeber setzt bei den Standortseiten selbst an.
Warum jeder Standort eine eigene Seite braucht
Wenn jemand nach „Steuerberater Augsburg Selbständige“ sucht, erwartet Google eine Seite, die diese Suchanfrage vollständig beantwortet: Wer ist am Augsburger Standort erreichbar? Welche Leistungen werden dort angeboten? Wie kommt man hin? Eine Unternehmensseite, die Augsburg nur einmal in einer Standortliste nennt, liefert diese Antwort nicht, jedenfalls nicht in der Tiefe, die Google und der Suchende erwarten.
Das ist kein willkürliches Google-Kriterium. Der Hintergrund ist einfach: Ein Nutzer, der nach einem Dienstleister in seiner Stadt sucht, will standortbezogene Informationen finden, nicht zur Startseite weitergeleitet werden. Google hat dieses Nutzerziel als Ranking-Signal verankert. Je konkreter und vollständiger eine Seite die Standortfrage beantwortet, desto besser bewertet sie Google für lokale Suchanfragen.
Für Unternehmen mit Einzugsgebieten statt physischer Filiale gilt dasselbe Prinzip, nur unter anderem Namen: Service-Area-Pages. Ein Klempner ohne Ladenlokal, der für drei Landkreise zuständig ist, profitiert von Seiten, die jeden Einzugsbereich gesondert behandeln, sofern der Inhalt wirklich verschieden ist.
Die Doorway-Falle: Was Google als Spam einstuft
Googles Spam-Richtlinien definieren Doorway Abuse als das Erstellen von Seiten, die spezifisch auf ähnliche Suchanfragen ausgerichtet sind und Nutzer zu Zwischenseiten führen, die weniger nützlich sind als das eigentliche Ziel. Als konkretes Beispiel nennt Google ausdrücklich „mehrere Domain-Namen oder Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte abzielen und Nutzer auf eine einzige Seite lenken.“
In einem Blog-Post von 2015, der bis heute die Grundlage dieser Richtlinie erklärt, stellte Google Selbstdiagnose-Fragen, mit denen man prüfen kann, ob eine Seite in diese Kategorie fällt:
- Sieht die Seite für jemanden, der direkt auf sie landet, wie ein sinnvoller Einstieg aus, oder wirkt sie wie eine Zwischenstation auf dem Weg woanders hin?
- Gibt es inhaltliche Unterschiede zu anderen Standortseiten derselben Website, oder sind sie weitgehend identisch mit ausgetauschten Ortsnamen?
- Würde jemand, der diese Seite verlinken oder teilen will, die Standortseite wählen oder lieber die Hauptseite?
Wer diese Fragen ehrlich beantwortet und feststellt, dass die Seiten kaum unterschiedlich sind, hat ein Problem. Google hat das „October 2022 spam update“ vom 19. bis 21. Oktober 2022 ausgerollt. Spam-Updates dieser Art treffen typischerweise Seiten, die gegen die Spam-Richtlinien verstoßen, also auch Standortseiten mit dupliziertem Inhalt und ausgetauschten Ortsnamen. Solche Abwertungen erfolgen in der Regel nicht durch eine manuelle Maßnahme, sondern automatisch durch das aktualisierte Spam-Erkennungssystem. Das Ranking fällt dann als Folge, nicht direkt.
Die Grenze ist klar: Eine Standortseite ist dann keine Doorway Page, wenn sie für sich allein eine vollständige, nützliche Antwort auf eine lokale Suchanfrage liefert und Nutzer dort ihr Ziel erreichen, nicht erst nach einem weiteren Klick.
Was eine Standortseite inhaltlich leisten muss
400 bis 600 Wörter mit echtem Inhalt sind ein realistisches Mindestziel. Die Länge ist kein Selbstzweck, aber unter dieser Schwelle ist es schwer, genug standortbezogene Substanz unterzubringen. Was in diesen Text gehört:
Konkrete Ansprechpartner vor Ort
Name, Foto und eine kurze Vorstellung des zuständigen Mitarbeiters oder Teams am jeweiligen Standort. Das ist ein Inhaltselement, das sich nicht kopieren lässt und sofort Einzigartigkeit erzeugt.
Örtliche Referenzen und Projekte
Ein abgeschlossenes Projekt in dieser Stadt, ein Kundenbeispiel aus dem Stadtteil, eine Bewertung mit Ortsangabe. Eine Schreinerei, die auf ihrer Augsburger Seite ein Küchenprojekt in Augsburg-Haunstetten zeigt, liefert Inhalt, den die Münchner Seite nicht hat.
Standortbezogene Erreichbarkeit
Welche Buslinien oder S-Bahn-Stationen liegen in der Nähe? Gibt es Parkplätze direkt am Haus oder in einer nahegelegenen Tiefgarage? Diese Information ist für den Interessenten hilfreich und für die Suchmaschine ein echter lokaler Kontext.
Regionale Besonderheiten, die die Leistung betreffen
Ein Heizungsbauer in Bayern und einer im Norden bauen unter anderen Voraussetzungen. Welche Förderprogramme des jeweiligen Bundeslandes oder der Kommune gibt es? Welche regionalen Besonderheiten beim Bauen, beim Recht, bei der Infrastruktur spielen eine Rolle? Das ist Inhalt, der sich von Standort zu Standort unterscheidet und Kompetenz belegt.
Öffnungszeiten, die stimmen
Nicht die allgemeinen Öffnungszeiten der Firma, sondern die genauen Zeiten dieses Standorts. Wenn die Filiale in Augsburg mittwochs geschlossen hat und die in München nicht, muss das auf den jeweiligen Seiten stehen.
Was nicht hilft: Keyword-Stopfung mit Variantionen des Ortsnamens, lange Listen identischer Leistungen ohne standortspezifischen Bezug, und ausführliche allgemeine Texte über die Branche, die auf jeder Standortseite gleich klingen. Google erkennt das. Nutzer merken es ohnehin.
NAP, Karte und lokale Signale richtig einsetzen
In der Praxis sieht man diese Fehler häufiger als man denkt: Die Website schreibt „Hauptstraße 12″, das Verzeichnis führt „Hauptstr. 12″, das Google-Profil hat „Hauptstr. 12a“ nach einem nicht aktualisierten Umzug. Google versucht zwar, solche Varianten zu verknüpfen, ist dabei aber nicht unfehlbar. Klar definierte, zeichengenaue NAP-Angaben sind sicherer.
Konkret für die Standortseite bedeutet das: Name des Unternehmens in der Form, in der es auch überall sonst gelistet ist. Vollständige Adresse mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort. Telefonnummer in einheitlichem Format. Diese Angaben sollten im sichtbaren Seiteninhalt stehen, nicht nur im Schema-Markup, weil beides zusammen stärker wirkt als eines allein.
Eine eingebettete Google-Karte für den jeweiligen Standort ist ein kleines, aber wirksames Signal. Sie zeigt der Suchmaschine und dem Nutzer, dass diese Seite einen konkreten Ort meint. Die Karte sollte auf den richtigen Google-Maps-Pin verlinken, nicht auf eine allgemeine Suche nach dem Firmennamen.
Darüber hinaus gilt: Bestandsaufnahme der Verzeichniseinträge bevor neue Standortseiten live gehen. Wer in Gelbe Seiten, Das Örtliche, Bing Places und Branchenverzeichnissen mit veralteten oder abweichenden Angaben gelistet ist, baut auf wackliger Grundlage. Die Konsolidierung dieser Einträge ist ein eigener Schritt, aber ein notwendiger.
LocalBusiness-Schema: die technische Pflicht
Strukturierte Daten sind kein optionales Extra. Googles Dokumentation für LocalBusiness-Markup beschreibt, welche Daten jeder Standort als JSON-LD auszeichnen sollte. Das Markup gehört auf jede Standortseite, nicht nur auf eine zentrale Kontaktseite.
Die Pflichtfelder laut Google-Dokumentation sind name und address als PostalAddress-Objekt mit streetAddress, postalCode, addressLocality und addressCountry. Dazu kommen dringend empfohlene Felder: telephone, url als vollständige URL dieser Standortseite (nicht der Startseite), und openingHoursSpecification. Ein minimales, korrektes Beispiel:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Musterfirma GmbH",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Hauptstraße 12",
"postalCode": "86150",
"addressLocality": "Augsburg",
"addressCountry": "DE"
},
"telephone": "+49-821-1234567",
"url": "https://www.musterfirma.de/standorte/augsburg/",
"openingHoursSpecification": [
{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": ["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"],
"opens": "09:00",
"closes": "18:00"
}
]
}
Wer mit einer genaueren Unterklasse als dem generischen LocalBusiness arbeiten kann, sollte das tun. Schema.org definiert über 30 spezialisierte Untertypen, von MedicalClinic über LegalService bis AutoRepair. Diese Unterklassen erben alle LocalBusiness-Properties und sind für Google ein präziseres Signal.
Für Firmen mit mehreren Standorten gibt es auf schema.org zusätzlich die Properties parentOrganization und branchCode. parentOrganization verweist auf die Mutterorganisation, branchCode ist eine eigene Kennung für den jeweiligen Standort. Beide sind empfohlen, wenn die Hauptmarke eine eigene Schema-Auszeichnung auf einer übergeordneten Seite hat. Mehr zu strukturierten Daten generell erklärt der Ratgeber Strukturierte Daten nach Schema.org verständlich erklärt.
Wichtig: Jede Standortseite braucht ihr eigenes url-Feld, das auf sie selbst zeigt, und ihre eigene, korrekte Adresse. Wer das Markup aus einer Vorlage kopiert und nur die Adresse aktualisiert, macht den häufigsten Fehler. Öffnungszeiten, Telefonnummer und Leistungsangebot können und sollen sich von Standort zu Standort unterscheiden. Das Schema muss das widerspiegeln.
URL-Struktur und interne Verlinkung
Die URL-Struktur ist die Entscheidung, die am schwersten rückgängig zu machen ist, weil spätere Änderungen mit Weiterleitungen und potenziellem Linkverlust verbunden sind. Drei Ansätze sind verbreitet:
Unterordner: /standorte/muenchen/ oder /niederlassungen/berlin-mitte/. Das ist für die meisten mittelständischen Unternehmen die beste Wahl. Die thematische Zusammengehörigkeit ist für Google erkennbar, und die Seiten profitieren von der Autorität der Hauptdomain.
Eigene Subdomain: muenchen.firma.de. Google behandelt Subdomains tendenziell als eigenständige Websites. Jeder Standort muss sich seine Sichtbarkeit weitgehend selbst erarbeiten, ohne von der Hauptdomain zu profitieren. Für die meisten KMU ein unnötiger Nachteil.
Separate Domains: firma-muenchen.de. Ist technisch möglich, macht aber aus SEO-Sicht nur Sinn, wenn die Standorte unter wirklich verschiedenen Markennamen auftreten. Sonst verzettelt man die Linkpower und pflegt mehrere Websites mit demselben Aufwand.
Die interne Verlinkung folgt einer einfachen Logik: Eine Übersichtsseite unter /standorte/ listet alle Standorte und verlinkt auf jede Standortseite. Jede Standortseite verlinkt zurück auf die Übersicht. Leistungsseiten, die für bestimmte Angebote stehen, verlinken auf die Standortseite, an der das Angebot verfügbar ist. Das hilft Google, die Zusammengehörigkeit zu erkennen, und dem Nutzer, den richtigen Standort für seine Anfrage zu finden.
Querverlinkungen zwischen Standortseiten sind in Maßen vertretbar, wenn es einen echten Grund gibt. Ein Standort als reguläre Ausweichadresse für einen anderen, gemeinsame Öffnungszeiten an Feiertagen, oder ein gemeinsames Angebot, das nur an zwei von vier Standorten erhältlich ist. Was keinen echten Inhalt hinzufügt, sollte man weglassen. Zu viele Verlinkungen ohne inhaltlichen Zusammenhang wirken auf Google wie eine Linkbuilding-Maßnahme, nicht wie organische Navigation.
Canonical-Tags sind besonders wichtig, wenn Standortseiten strukturell ähnliche Inhalte enthalten. Jede Standortseite sollte auf sich selbst canonicalen, nicht auf eine Sammelseite. Hreflang ist für rein deutschsprachige Standorte innerhalb Deutschlands nicht relevant. Wer Standorte in Österreich oder der Schweiz betreibt und dafür eigene Seiten hat, braucht Hreflang, um die Versionen sauber zu trennen.
Skalierung: viele Standorte ohne Qualitätsverlust
Ab einer gewissen Anzahl stellt sich die Frage, wie man Qualität und Effizienz zusammenbringt. Zehn Standorte mit eigenem Inhalt sind machbar. Fünfzig sind eine andere Aufgabe. Drei Strategien helfen:
Inhaltliche Templates mit Pflichtelementen. Struktur und Markup können für alle Standortseiten identisch sein. Der Inhalt nicht. Ein Template legt fest, was jede Seite enthalten muss: lokaler Ansprechpartner, Erreichbarkeit, mindestens ein ortsgebundenes Kundenprojekt oder eine Referenz, standortspezifische Öffnungszeiten. Diese Pflichtfelder werden für jeden Standort individuell befüllt, bevor die Seite live geht.
Redaktioneller Mindestaufwand pro Standort. Eine Stunde inhaltliche Vorbereitung pro Standort ist realistisch: Foto und kurze Vorstellung des lokalen Ansprechpartners, ein bis zwei konkrete Projektbeispiele aus der Region, genaue Öffnungszeiten und Anfahrtsinformation. Das ist keine aufwendige Textproduktion, sondern die Sammlung echter Informationen.
Keine automatisch generierten Texte ohne Nachbearbeitung. KI-Textwerkzeuge können beim Strukturieren und Formulieren helfen. Aber ein automatisch erzeugter Text, der für „München“ einfach „Augsburg“ einsetzt, ist genau das, was Google als Doorway einstuft, egal wie gut er formuliert ist. Das Originelle kommt aus den echten Standortdaten, nicht aus dem Sprachmodell.
Beim Skalieren gilt: Lieber weniger Standortseiten mit echtem Inhalt als viele dünne. Wenn für einen Standort kein eigener Inhalt zusammenkommt, ist eine Zeile auf der Übersichtsseite mit Adresse und Telefonnummer ehrlicher als eine leere Standortseite. Die Übersichtsseite ist für Google kein Problem. Die dünne Standortseite schon.
Wie eine inhaltlich überzeugende Einzelseite aufgebaut wird, erklärt der Ratgeber Die perfekte Leistungsseite: Aufbau, der Anfragen erzeugt. Die Grundsätze gelten für Standortseiten genauso.
Tabelle: Gute Standortseite vs. Doorway-Falle
| Element | Gute Standortseite | Doorway-Falle |
|---|---|---|
| Inhalt | Ansprechpartner vor Ort, lokale Projekte, standortspezifische Erreichbarkeit und Öffnungszeiten | Allgemeiner Firmentext mit ausgetauschtem Ortsnamen |
| Eindeutigkeit | Inhalt existiert nur für diesen Standort, nicht anderswo auf der Website | Inhalt ist auf mehreren Standortseiten weitgehend identisch |
| Nutzerverhalten | Nutzer findet seine Antwort auf dieser Seite und muss nicht weiterklicken | Seite leitet Nutzer zur Hauptseite oder zu einer anderen Seite weiter |
| NAP-Daten | Vollständig, korrekt, stimmt mit Google-Profil und Verzeichnissen überein | Fehlend, veraltet oder von anderen Einträgen abweichend |
| LocalBusiness-Schema | Eigenes JSON-LD mit standortspezifischer Adresse, Telefonnummer, URL und Öffnungszeiten | Fehlt, oder aus Vorlage kopiert mit nur ausgetauschter Adresse, aber falscher URL |
| URL | /standorte/augsburg/, Canonical zeigt auf sich selbst |
URL-Parameter wie ?ort=augsburg oder keine eigene URL |
| Interne Verlinkung | Übersichtsseite verlinkt auf Standort, Standort verlinkt zurück, relevante Leistungsseiten verlinken auf Standort | Standortseite ist nur über eine versteckte Sitemap erreichbar, keine eingehenden Links |
| Google-Profil | Eigener verifizierter Eintrag pro Standort, verlinkt auf diese Standortseite | Ein Eintrag für alle Standorte, oder Einträge verlinken auf die Startseite |
Ein Beispiel aus der Praxis
In einem Projekt für eine Physiotherapiepraxis mit vier Standorten in einer mittelgroßen Stadt hatten wir genau dieses Problem. Die vier Standortseiten waren aus einer Vorlage generiert: gleicher Text, gleiche Struktur, gleicher Inhalt, nur Adresse und Telefonnummer unterschiedlich. Google indexierte alle vier Seiten, aber keine rankte für standortbezogene Suchanfragen. Der organische Traffic lag nahe null.
Die Überarbeitung folgte dem Schema, das dieser Ratgeber beschreibt. Für jeden Standort haben wir mit dem jeweiligen Team gesprochen und drei Dinge gesammelt: ein Foto und kurzes Porträt der leitenden Therapeutin vor Ort, zwei abgeschlossene Behandlungsfälle als anonymisiertes Beispiel mit Beschreibung des Behandlungswegs, und die genauen Besonderheiten des Standorts, also Parkplatzoptionen, Barrierefreiheit und welche Kassenarten dort direkt abgerechnet werden.
Dazu kam LocalBusiness-Markup mit den richtigen Öffnungszeiten pro Standort, denn zwei der vier Standorte hatten andere Abendzeiten als die anderen. NAP-Daten wurden gegen Google Unternehmensprofil und Branchenverzeichnisse abgeglichen und korrigiert, drei Einträge enthielten noch die alte Telefonnummer nach einem Rufnummernwechsel.
Acht Wochen nach dem Relaunch rankte jeder der vier Standorte für Suchanfragen nach Physiotherapie in seiner Stadtmitte oder seinem Stadtteil. Das war kein Wunder, sondern die direkte Folge davon, dass die Seiten jetzt das beantworteten, was Suchende fragten.
Sofort-Checkliste
- Für jeden physischen Standort eine eigene Seite unter einer eigenen URL angelegt?
- Inhalt der Seite standortspezifisch: lokaler Ansprechpartner, örtliche Projekte oder Referenzen, genaue Öffnungszeiten, Erreichbarkeit?
- Kein Block Text identisch mit anderen Standortseiten der gleichen Website?
- NAP-Daten auf der Seite vollständig: Firmenname, vollständige Adresse, Telefonnummer?
- NAP-Daten stimmen zeichengenau mit dem Google-Unternehmensprofil überein?
- Google-Unternehmensprofil für diesen Standort verifiziert und verlinkt auf diese Standortseite (nicht auf die Startseite)?
- LocalBusiness-Schema als JSON-LD eingebunden mit standortspezifischer Adresse, Telefonnummer, URL und openingHoursSpecification?
- URL zeigt Canonical auf sich selbst?
- Übersichtsseite /standorte/ vorhanden und verlinkt auf alle Standortseiten?
- Eingebettete Karte zeigt auf den richtigen Standort-Pin bei Google Maps?
- Leistungsseiten der Website verlinken auf die zugehörige Standortseite?
- Branchenverzeichnis-Einträge mit NAP-Daten abgeglichen und ggf. korrigiert?
- Standortseiten ohne echten lokalen Inhalt sind laut Googles Spam-Richtlinien Doorway Abuse. Das Risiko ist Deindexierung, kein Ranking-Abfall.
- Einzigartiger Inhalt entsteht durch echte Standortdaten: lokale Ansprechpartner, ortsbezogene Projekte, standortgenaue Öffnungszeiten. Das lässt sich nicht automatisieren.
- LocalBusiness-Schema und NAP-Konsistenz sind keine technischen Extras, sondern Pflicht für jeden Standort. Fehler dort kosten messbar Sichtbarkeit.
- Unterordner-Struktur ist für die meisten KMU die richtige Wahl. Subdomains und separate Domains machen selten Sinn und erhöhen den Wartungsaufwand.
Häufige Fragen
Wie viel Text braucht eine Standortseite, um nicht als Doorway zu gelten?
Es gibt keine offizielle Mindestwortanzahl, aber 400 bis 600 Wörter mit echtem, standortgebundenem Inhalt sind ein praxistauglicher Richtwert. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob ein Interessent auf dieser Seite findet, was er braucht, ohne woanders hinzumüssen. Eine kürzere Seite, die das schafft, ist besser als eine längere, die es nicht schafft.
Kann ich eine Standortseite auch erstellen, wenn ich kein Ladenlokal, sondern nur ein Servicegebiet habe?
Ja, mit einem Unterschied: Für reine Service-Area-Businesses ohne physischen Kundenkontakt sollte die Seite das transparent benennen. Also nicht eine Adresse angeben, die kein Büro ist, und im Google-Unternehmensprofil den Typ „Servicegebiet“ verwenden statt einen Standort einzutragen. Der Inhalt muss trotzdem standortspezifisch sein: welche Gemeinden gehören zum Einzugsgebiet, welche Angebote gelten dort, gibt es lokale Referenzen.
Was passiert, wenn ich für ein Servicegebiet keinen einzigartigen Inhalt zusammenbekomme?
Dann sollte diese Seite nicht erstellt werden. Eine leere oder duplizierte Standortseite schadet mehr als sie nützt. Besser: die Region auf der Übersichtsseite nennen, aber keine eigene dünne Seite bauen. Wenn das Unternehmen irgendwann echte Referenzen aus dieser Region hat, ist der richtige Zeitpunkt für eine eigene Seite.
Braucht jeder Standort einen eigenen Google-Profil-Eintrag?
Ja, sofern es sich um einen physischen Standort handelt, an dem Kunden empfangen werden. Reine Büroadressen ohne Kundenkontakt, Briefkastengesellschaften und angemietete virtuelle Büros akzeptiert Google nur unter sehr engen Bedingungen als eigene Einträge. Wer dort einen Eintrag anlegt, riskiert, dass er als Richtlinienverstoß markiert und entfernt wird.
Wie gehe ich mit sehr ähnlichen Standorten um, die kaum unterschiedliche Inhalte haben?
Konkret suchen statt aufgeben. Ein Fotodienst zeigt Fotos der tatsächlichen Räume. Ein Handwerker listet Referenzprojekte aus dem Einzugsgebiet. Eine Kanzlei nennt das zuständige Team am Standort. Wenn nach ehrlicher Suche wirklich kein Unterschied zu finden ist, ist eine zusammenführende Seite mit beiden Standorten sauberer als zwei dünne Einzelseiten.
