Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Ein seriöses Festpreis-Paket liefert Design, Technik, CMS und Grundkonfiguration. Was nicht drinsteht: Texte, Bilder, Logo und laufende Wartung.
  • Typische Extras kosten oft mehr als die Website selbst, wenn sie unvorhergesehen im Projekt auftauchen. Ein klares Briefing verhindert die meisten Nachkalkulationen.
  • Festpreis lohnt sich bei klar abgegrenzten Projekten. Für komplexe Funktionen, Schnittstellen oder einen Onlineshop ist eine stunden- oder leistungsbasierte Kalkulation ehrlicher.
  • Die Erstellungskosten sind ein Einmalbetrag. Hosting, Pflege und Updates kommen danach und sollten von Anfang an eingeplant sein.

Ein Festpreis-Angebot klingt nach der einfachsten Sache der Welt: Sie zahlen einen festen Betrag, bekommen eine fertige Website. In der Praxis beginnen die Missverständnisse genau dort, wo das Angebot aufhört zu erklären, was gemeint ist. Dieser Ratgeber zeigt, was ein seriöses Festpreis-Paket wirklich enthält, welche Positionen fast überall extra berechnet werden, und worauf Sie achten müssen, damit der Festpreis am Ende auch einer ist.

Was ein Festpreis-Paket tatsächlich enthält

Kurz gesagt: Ein Festpreis-Paket liefert eine technisch fertige, einsatzfähige Website. Design, Technik, Grundkonfiguration und CMS sind enthalten. Inhalte, Bild­material, Texte und laufende Pflege sind es nicht.

Was in einem soliden Festpreis-Paket steckt, lässt sich auf vier Bestandteile herunterbrechen:

1. Design auf Basis eines angepassten Themes. Ein professioneller Anbieter baut keine Website von Grund auf neu, wenn ein bewährtes System wie WordPress mit einem guten Theme denselben Zweck erfüllt. Das Theme wird auf Ihre Marke angepasst: Farben, Schriften, Logo, Layoutvarianten. Das ist keine Einschränkung, sondern handwerklich sinnvoll. Ein vollständig individuell entwickeltes Design liegt außerhalb eines Festpreis-Rahmens und kostet entsprechend mehr.

2. Technische Einrichtung. Dazu gehört das Aufsetzen des Content-Management-Systems (in der Praxis fast immer WordPress), die Konfiguration des Hostings, die Einbindung eines SSL-Zertifikats und die technische Grundsicherung. Ein responsives Layout für Smartphone, Tablet und Desktop ist heute Standard und sollte in keinem Paket fehlen.

3. Pflicht-Rechtsseiten. Impressum und Datenschutzerklärung werden technisch eingebunden, in der Regel als befüllbare Vorlagen. Den rechtskonformen Inhalt erstellt der Auftraggeber selbst oder holt sich rechtliche Unterstützung. Der Webdienstleister liefert kein rechtsgültiges Impressum, das ist keine anwaltliche Leistung.

4. Übergabe und Einweisung. Eine seriöse Übergabe schließt alle Zugangsdaten zu Hosting und CMS ein und eine kurze Einweisung, wie Inhalte danach selbst gepflegt werden können. Ohne das ist die Website de facto in Fremdhand.

Was kein seriöses Paket von sich aus liefert: fertige Inhalte. Ihre Leistungen, Ihren Ton und Ihre Unternehmensgeschichte kennt nur Ihr Unternehmen. Wer das Texten an den Dienstleister abgibt, beauftragt damit eine eigenständige Leistung, die separat berechnet wird. Das ist keine Schwäche des Anbieters, sondern strukturell unvermeidbar.

Template oder Individualdesign: der Unterschied, der den Preis treibt

Der Begriff „individuelles Design“ wird im Markt unterschiedlich verwendet. Es lohnt sich, genau nachzufragen.

Ein sauber angepasstes Template bedeutet: das grundlegende Seitenlayout ist vorgegeben, aber Farben, Schriften, Logo-Platzierung und Bildwelten werden auf Ihr Unternehmen zugeschnitten. Das Ergebnis kann sehr überzeugend sein und ist für die meisten Mittelständler völlig ausreichend. Erkennbar als Vorlage ist es nur für jemanden, der aktiv danach sucht.

Ein echtes Individualdesign beginnt bei null: Wireframes, eigene Layouts für jede Seitenart, eigene Komponenten. Das kostet deutlich mehr, weil der Design-Aufwand allein schon mehrere Tage Arbeit bedeutet, bevor die erste Zeile Code geschrieben ist. Dieser Weg ist bei einem Festpreis unter etwa 5.000 Euro kaum realistisch ohne Qualitätsverlust.

Wenn ein Anbieter für 1.500 Euro ein „individuelles Design“ verspricht, sollten Sie konkret nachfragen, was das bedeutet. Der Unterschied liegt nicht im Schlagwort, sondern im Prozess dahinter.

Was fast immer extra kostet

Kurz gesagt: Texte, Bilder, Logo, SEO-Texte, Formulare mit Logik, Mehrsprachigkeit und laufende Wartung stehen in der Regel nicht im Standardpaket. Wer das vorab nicht klärt, zahlt zweimal.

Die häufigste Ursache für Mehrkosten bei Festpreis-Projekten sind nicht versteckte Klauseln, sondern Positionen, die beide Seiten für selbstverständlich halten und die niemand explizit besprochen hat. Diese Punkte tauchen regelmäßig auf:

Texterstellung

Wer eigene Texte liefert, spart erheblich. Wer professionelles Texten beim Anbieter dazubucht, bezahlt das als eigene Leistung. Eine vollständige Textierung für eine 6-seitige Unternehmenswebsite, Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt, Impressum, Datenschutz, kostet nach unserer Projekterfahrung je nach Aufwand und Dienstleister zwischen etwa 800 und 2.500 Euro zusätzlich. Eine amtliche Statistik gibt es dafür nicht, die Spanne hängt stark von der Branche und dem nötigen Recherche-Aufwand ab.

Bild- und Fotomaterial

Eigene Fotos Ihrer Mitarbeiter, Räume oder Produkte wirken fast immer überzeugender als Stockbilder und sind datenschutzrechtlich unkomplizierter. Wenn Stockmaterial verwendet wird, klären Sie vorab, wer die Lizenz beschafft und wer sie zahlt. Lizenzpakete für Stockfotos sind je nach Anbieter und Nutzungsrecht verschieden teuer. Ein Fotoshooting liegt grundsätzlich außerhalb jedes Festpreis-Rahmens für eine Website.

Logo und Corporate Design

Viele Anfragen für eine neue Website kommen von Unternehmen ohne abgestimmtes Corporate Design. Ein Logo-Entwurf ist eine eigenständige gestalterische Leistung und wird getrennt kalkuliert. Wenn Schriften, Farbpalette und Markenstimme erst während des Website-Projekts erarbeitet werden, verlängert das das Projekt und treibt den Aufwand.

SEO jenseits der Basis-Konfiguration

Saubere URL-Strukturen, Seitentitel und Meta-Beschreibungen sollten in jedem guten Paket enthalten sein. Das sind technische Grundlagen, kein Bonus. Keyword-Recherche, optimierte Texte, strukturierte Daten nach Schema.org und eine laufende Suchmaschinenoptimierung sind dagegen eigenständige Leistungen mit eigenem Zeitaufwand. Wer eine neue Website in den nächsten Wochen auf Seite eins bei Google erwartet, wird enttäuscht: Eine neue Domain braucht nach unserer Erfahrung mehrere Monate, bis organische Sichtbarkeit aufgebaut ist, unabhängig davon, wer die Website gebaut hat.

Formulare mit Logik

Ein einfaches Kontaktformular mit Name, E-Mail und Nachricht gehört zum Standard. Mehrstufige Anfrage-Strecken, Terminbuchungen, Produktkonfiguratoren, Rechner oder Schnittstellen zu CRM-Systemen sind Sonderentwicklungen. Je nach Umfang können diese Funktionen allein mehr kosten als die restliche Website. Klären Sie das vor der Beauftragung konkret: Welche Formulare sollen eingebaut werden, wie viele Felder, welche Logik, wohin gehen die Daten?

Mehrsprachigkeit

Eine zweite Sprache bedeutet technisch eine Mehrsprachigkeitslösung und inhaltlich ungefähr den doppelten Aufwand: jede Seite übersetzt, jedes Bild mit alternativen Beschriftungen. Das ist keine Pauschal-Option, sondern ein eigenständiges Projektteil.

Laufende Kosten nach dem Launch

Hosting, Domain-Registrierung und regelmäßige Wartung fallen nach der Übergabe an. Das ist strukturell klar: ein einmaliges Projekt kann keine laufenden Kosten abdecken. Realistisch kalkuliert landen Sie nach unserer Projekterfahrung auf etwa 300 bis 1.200 Euro pro Jahr für Hosting, Domain und ein solides Wartungspaket, je nach Serverleistung und Betreuungsumfang. Wer das nicht einplant, erlebt beim ersten Sicherheitsproblem eine unerwartete Rechnung. Der Ratgeber zu den laufenden Kosten einer Website zeigt, was dort realistisch zusammenkommt.

Leistungsübersicht: Was ist typischerweise im Paket, was kostet extra

Die folgende Tabelle zeigt typische Leistungen eines professionellen Website-Festpreis-Projekts. Die Einordnung beruht auf eigener Projekterfahrung aus über 20 Jahren Website-Projekten im Mittelstand, nicht auf amtlichen Marktdaten, die für diesen Bereich nicht existieren. Einzelne Anbieter weichen ab: manche schließen Texte mit ein, andere berechnen Hosting als Teil des Pakets.

Leistung Im Paket (Standard) Extra oder Sonderleistung
Design auf Basis angepasstem Theme Ja Individualdesign ab Null: extra
Responsives Layout (Desktop, Tablet, Smartphone) Ja, Pflicht
WordPress-Einrichtung, Hosting-Konfiguration Ja
SSL-Zertifikat einrichten Ja, Standard
Kontaktformular (einfach) Meist ja Formulare mit Logik, Buchung, CRM-Anbindung: extra
Impressum und Datenschutzerklärung (Vorlage) Ja Rechtsberatung und fertiger Inhalt: extra
Seitentitel und Meta-Beschreibungen Basis ja Keyword-Recherche, SEO-Texte: extra
Texte für alle Seiten Nein (Auftraggeber liefert) Professionelles Texten: extra
Bildmaterial und Fotos Nein Stocklizenz, Fotoshooting: extra
Logo und Corporate Design Nein Eigene Leistung: extra
Mehrsprachigkeit Nein Technik + Übersetzungen: extra
Schulung zur Inhaltspflege Kurze Einweisung ja Ausführliche Schulungen: extra
Hosting und Domain nach Launch Nein Laufende Kosten ca. 300 bis 1.200 Euro/Jahr
Wartung, Updates, Backups Nein (Einmalleistung) Wartungsvertrag monatlich extra
Inhaltsänderungen nach Übergabe Nein Nach Aufwand oder Pflegepaket

Was die Gesamtkosten auf einem anderen Niveau ansetzt: Wenn Sie Texterstellung, Bildlizenzierung und Wartungsvertrag dazurechnen, kommt ein mittleres Projekt schnell auf das Doppelte des ursprünglichen Festpreises. Das ist kein Betrug, aber auch kein Zufall. Wer das vorab kennt, ist nicht überrascht.

Festpreis oder Stundensatz: Was wann passt

Kurz gesagt: Ein Festpreis lohnt sich bei klar definierten Projekten ohne offene Variablen. Bei komplexen Anforderungen, Schnittstellen oder unbekannten Abläufen ist eine stundenbasierte oder leistungsgestaffelte Kalkulation ehrlicher für beide Seiten.

Der Festpreis hat einen klaren Vorteil: Sie wissen vorher, was Sie zahlen. Das setzt aber voraus, dass der Aufwand vorab präzise abschätzbar ist. Für eine typische Unternehmenswebsite mit fünf bis acht Seiten, einem Kontaktformular und einem klaren Briefing ist das der Fall. Hier ist ein Festpreis das sinnvollere Modell.

Schwieriger wird es bei Projekten mit unbekannten Variablen. Ein Onlineshop mit individuellen Versandregeln, Steuerausnahmen und Anbindung an eine Warenwirtschaft hat zu viele offene Stellen, um sie sauber in eine Pauschale zu packen. Ein Portal mit Nutzerlogins, individuellen Dashboards oder einer Datenbank im Hintergrund ebenfalls. In diesen Fällen führt ein Festpreis entweder zu einem überhöhten Puffer beim Anbieter oder zu Reibung, wenn der Umfang im Projekt wächst.

Die Alternative, die in der Praxis funktioniert: ein Festpreis für klar definierte Projekteile (Design, technische Einrichtung, Grundstruktur) und eine stunden- oder leistungsbasierte Kalkulation für alle offenen Entwicklungsanteile. Das ist transparenter als ein Pauschalbetrag, der alles enthält und irgendwann nicht mehr passt.

Den Vergleich zwischen Einzelleistungen, Agenturen und anderen Modellen erklärt der Ratgeber zu Baukasten, Freelancer oder Agentur.

Angebote richtig vergleichen

Ein Preisvergleich zwischen zwei Festpreis-Angeboten funktioniert nur, wenn beide dieselbe Leistung beschreiben. In der Praxis sind die meisten Angebote nicht direkt vergleichbar, weil unterschiedliche Positionen ein- oder ausgeschlossen sind.

Bevor Sie Angebote einholen, definieren Sie schriftlich, was die Website leisten soll: wie viele Seiten, welche Inhalte von Ihnen kommen, welche Funktionen gebraucht werden und ob danach ein Wartungsvertrag nötig ist. Mit dieser Grundlage werden Angebote vergleichbar. Ohne sie kaufen Sie jedes Mal etwas anderes zum scheinbar gleichen Preis.

Diese Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen, bevor Sie beauftragen:

  • Was genau ist mit einer „fertigen Website“ gemeint, und wie viele Unterseiten sind enthalten?
  • Wer liefert die Texte, und wer das Bildmaterial?
  • Welches Hosting ist eingeschlossen, und was kostet es danach monatlich?
  • Wie viele Feedback- und Korrekturrunden sind im Preis enthalten?
  • Was gilt bei Änderungen, die erst während des Projekts entstehen?
  • Wem gehören Domain, Hosting und alle Zugangsdaten nach der Übergabe?
  • Was ist bei technischen Problemen nach dem Launch: wer ist erreichbar, wie schnell, zu welchem Preis?

Ein Anbieter, der diese Fragen klar und schriftlich beantwortet, unterscheidet sich spürbar von einem, der ausweicht. Das ist kein höfliches Misstrauen, sondern saubere Auftragsklärung auf beiden Seiten. Was ein gutes Briefing dabei leisten kann, erklärt der Ratgeber Gutes Website-Briefing.

Nachkalkulationen vermeiden: die Rolle des Briefings

Der häufigste Auslöser für Mehrkosten bei Festpreis-Projekten sind Änderungen, die entstehen, sobald die erste Version sichtbar wird. Das liegt selten an opportunistischer Kalkulation, sondern daran, dass Anforderungen sich konkretisieren, wenn man sie das erste Mal visuell sieht.

Je genauer das Briefing, desto weniger Spielraum für diese Verschiebungen. Legen Sie vor Projektstart fest, welche Seiten die Website haben soll, was auf jeder stehen soll, welche Funktionen eingebaut werden und wie die Marke klingen und aussehen soll. Seriöse Anbieter halten im Vertrag fest, wie viele Korrekturrunden enthalten sind. Zwei bis drei Feedbackrunden sind üblich. Was danach als Zusatzaufwand gilt, sollte klar geregelt sein, nicht erst im Nachhinein verhandelt werden.

Ein Beispiel aus der Praxis

In einem Projekt kam ein Handwerksunternehmen mit einem Angebot zu uns, das sie bereits von einem anderen Anbieter erhalten hatten. Auf dem Papier stand: „Website für 1.200 Euro, Festpreis“. Nach einem kurzen Gespräch über den Umfang stellte sich heraus, dass Texte und Bilder vom Auftraggeber geliefert werden mussten, das Hosting nach einem Jahr gesondert berechnet wurde und Korrekturen außerhalb einer einzelnen Feedbackrunde als Zusatzaufwand galten.

Das war kein Betrug. Aber das Unternehmen hatte ursprünglich ein Gesamtpaket erwartet und hätte ohne diese Klärung am Ende mit Texterstellung, Stockbildlizenzen und der ersten Jahresrechnung fürs Hosting bei weit über 2.500 Euro gelegen, ohne jemals ein Angebot dafür gesehen zu haben.

Wir haben das Projekt dann zu einem Preis von 2.400 Euro mit klar definiertem Umfang realisiert, inklusive Texterstellung für vier Seiten, eigenem Fotomaterial und einem Wartungspaket für das erste Jahr. Der Auftraggeber wusste von Anfang an, was er bekommt und was er zahlt. Kein Nachgespräch über überraschende Positionen.

Was dabei zählt: nicht der niedrigste Preis im ersten Angebot, sondern die verlässlichste Kalkulation für das, was tatsächlich gebraucht wird. Warum die günstigste Option oft die teuerste ist, zeigt der Ratgeber Warum die billigste Website am Ende oft die teuerste ist.

Checkliste vor der Beauftragung

Gehen Sie diese Punkte durch, bevor Sie ein Angebot annehmen. Je mehr offen ist, desto größer das Risiko für Nachkalkulationen.

  • Ist der Leistungsumfang im Angebot schriftlich beschrieben (Seitenanzahl, Funktionen, Übergabe)?
  • Ist geklärt, wer Texte und Bilder liefert?
  • Steht das Hosting-Modell im Vertrag, und sind die laufenden Kosten danach bekannt?
  • Wie viele Korrekturrunden sind enthalten, und was gilt danach?
  • Sind Impressum und Datenschutzerklärung als Vorlagen enthalten?
  • Werden Domain und alle Zugangsdaten nach Abschluss vollständig übergeben?
  • Ist geregelt, wer nach dem Launch bei technischen Problemen erreichbar ist?
  • Sind alle gewünschten Funktionen (Formulare, Buchung, Shop) im Angebot explizit aufgeführt?
  • Ist ein Wartungspaket für Updates und Backups mitkalkuliert oder separat angeboten?
  • Haben Sie ein Budget-Puffer für Positionen eingeplant, die erst im Projekt entstehen?
Das Wichtigste zum Mitnehmen

  • Ein solides Festpreis-Paket enthält Design, Technik, CMS und Übergabe. Texte, Bilder, Logo und Wartung sind fast immer extra.
  • Der Festpreis ist so verlässlich wie das Briefing dahinter. Klare Anforderungen vor Projektstart verhindern die meisten Nachkalkulationen.
  • Angebote sind nur vergleichbar, wenn beide denselben Umfang beschreiben. Fragen Sie bei jeder offenen Position nach, bevor Sie unterschreiben.
  • Laufende Kosten für Hosting, Domain und Wartung summieren sich auf 300 bis 1.200 Euro pro Jahr und gehören von Anfang an in die Gesamtkalkulation.

Häufige Fragen

Ist ein Festpreis-Angebot rechtlich bindend?

Ein Festpreis-Angebot ist in Deutschland auch ohne Unterschrift bindend, sobald es angenommen wird. Schriftliche Aufträge empfehlen sich trotzdem, weil mündliche Zusagen im Streitfall schwer nachzuweisen sind. Leistungen, die nicht im Angebot stehen, kann der Anbieter zusätzlich berechnen. Lesen Sie das Angebot deshalb genau und klären Sie Unklarheiten schriftlich, bevor Sie zusagen.

Was passiert, wenn ich erst im Projekt eine weitere Unterseite brauche?

Das ist der häufigste Auslöser für Nachkalkulationen. Manche Anbieter rechnen zusätzliche Seiten pauschal ab, andere nach Aufwand. Wichtig ist eine klare Regelung im Vertrag, nicht das Gespräch danach. Fragen Sie vor Vertragsabschluss explizit: Was kostet eine zusätzliche Seite? Wie werden inhaltliche Änderungen außerhalb der vereinbarten Korrekturrunden behandelt?

Kann ich nach der Übergabe selbst Inhalte ändern?

Bei WordPress-basierten Websites ist das der Normalfall. Texte, Bilder und Seiteninhalte pflegen Sie selbst. Strukturelle Designänderungen, neue Seitenlayouts oder Funktionserweiterungen erfordern dagegen in der Regel wieder den Dienstleister. Klären Sie bei der Übergabe, welche Änderungen Sie selbst vornehmen können und welche nicht.

Welche Größenordnung ist für eine Festpreis-Website realistisch?

Für eine solide Unternehmenswebsite mit fünf bis acht Seiten, einem Kontaktformular und einem angepassten Design auf WordPress-Basis sind nach eigener Marktbeobachtung und Projekterfahrung typischerweise etwa 1.900 bis 5.000 Euro realistisch, wenn der Auftraggeber Texte und Bilder selbst liefert. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting und Wartung. Eine amtliche Statistik für Website-Preise in Deutschland gibt es nicht. Wer genauere Einschätzungen nach Projekttyp sucht, findet sie im Ratgeber Was kostet eine professionelle Website 2026.

Was ist, wenn mein Anbieter nach dem Launch nicht mehr erreichbar ist?

Bei einer WordPress-Website auf Ihrem eigenen Hosting liegt das Schlimmste nicht vor: Sie haben alle Zugangsdaten und können einen anderen Dienstleister übernehmen lassen. Voraussetzung ist, dass die Übergabe vollständig war: Hosting-Zugang, CMS-Admin, Domain-Verwaltung, FTP. Fehlt einer dieser Zugänge, wird die Übernahme aufwendig. Regeln Sie das vertraglich und holen Sie sich alle Zugangsdaten aktiv ab, sobald das Projekt abgeschlossen ist. Nicht auf Anfrage, sondern standardmäßig.

Ist Abo-Website eine sinnvolle Alternative zu einem Festpreis?

Ja, für bestimmte Situationen. Ein Abo-Modell, bei dem Hosting, Pflege und kleinere inhaltliche Anpassungen monatlich enthalten sind, senkt den Einstiegspreis und reduziert das Risiko von unerwarteten Einzelrechnungen. Es macht die laufenden Kosten planbar. ihp media bietet Websites ab 1.900 Euro einmalig sowie Abo-Websites ab 99 Euro monatlich an. Der Abo-Weg eignet sich vor allem, wenn kein internes Webteam vorhanden ist und ein verlässlicher Ansprechpartner nach dem Launch gefragt ist.

Quellen und weiterführende Informationen: Freelancer-Kompass 2026, freelancermap (größte Freelancing-Studie im DACH-Raum, ca. 5.400 Befragte: Stundensätze nach Branche und Disziplin). Preisangaben für Website-Projekte und laufende Kosten: eigene Marktbeobachtung und Projekterfahrung von ihp media seit 2004, keine amtliche Statistik verfügbar. Stand: Juni 2026. Dieser Artikel ist eine fachliche Einordnung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.